Kanton Zürich sucht erneut viel externe Unterstützung

27. April 2020 um 12:41
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Zur Umsetzung der neuen Informatikstrategie benötigt der Kanton jahrelang viel IT-Know-how – vom Helpdesk-Mitarbeiter bis zum Juristen.

Der Kanton Zürich macht vorwärts mit der 2018 beschlossenen neuen Informatik-Strategie und sucht nun in 17 Losen externe Unterstützung.
Und die benötigte Hilfe ist breit gefächert: Experten in Sachen Virtualisierung, Messaging, IAM, Netzwerk und Sys-Admins sollen an Bord geholt werden, ebenso Juristen. Je nach Los könnten vom Kanton in Form eines Rahmenvertrags über fünf Jahre hinweg 300 bis 9000 achtstündige Personentage abgerufen werden.
Der Fokus liegt auf Netzwerkspezialisten (1500 Tage), Projektmanagern (4000), Helpdesk-Mitarbeitenden (6000) und Projektleitern (9000). Wie üblich besteht allerdings keine Verpflichtung des Kantons, soviele Tage auch zu beanspruchen.
Unterstützung benötigt primär das Amt für Informatik (AFI) des Kantons. Dieses soll nach der neuen Informatikstrategie die "Grundversorgung" für die gesamte Verwaltung sicherstellen. "Die Integration bestehender Strukturen und Services in das AFI führen zu einer starken Veränderung der bestehenden Informatikorganisation", hatte die Regierung mit der Verabschiedung der Strategie festgehalten.
Einer der grossen Brocken ist der kantonale Standardarbeitsplatz. Zudem soll das bestehende Identitäts- und Zugriffsmanagement durch eine einheitliche Gesamtlösung ersetzt werden, eine einheitliche Kommunikations- und Kollaborationslösung implementiert und die bestehenden RZs an zwei Standorten konsolidieren werden. Gleichzeitig will der Kanton die Applikationsplattformen "harmonisieren". Nicht zuletzt macht man sich beim Kanton daran, darauf deuten die benötigten externen Leute hin, die Netzwerkarchitektur der neuen Strategie anzupassen.
Ausserhalb des AFI, so die Ausschreibung, benötige speziell das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) Projektleiter, um die Strategie "Digitaler Wandel an kantonalen Schulen der Sekundarstufe II" umzusetzen. Bei dieser sollen die Schulen fit gemacht werden, um den "Lehrplan 21" umzusetzen. Mit diesem werde neue technische Infrastruktur, wie beispielsweise mobile Devices, und neue pädagogische Konzepte nötig, so das entsprechende Papier. Dafür ist während 5 Jahren für die Gesamtleitung der Projekte ein FTE finanziert. Dieses Sekundarschulen-Programm ist separat mit internen und externen Kosten von rund 15 Millionen Franken budgetiert.
In dieser grossen Ausschreibung – es geht immerhin um maximal 32'740 Arbeitstage in fünf Jahren oder fast 26 Vollzeitstellen – wird der Preis mit 35% gewichtet. Es ist ein offenes Verfahren, Bietergemeinschaften oder Subunternehmen sind keine zugelassen. Pro Los können drei Anbieter den Zuschlag erhalten.
Die neue Strategie wird laut Regierung in insgesamt 12 Projekten umgesetzt. Der Standardarbeitsplatz wurde 2019 speziell ausgeschrieben, SAP-Spezialisten ebensfalls. Nicht zuletzt benötigt das AFI unter anderem auch Provider für die neue Backend-Infrastruktur.

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