Kanton Zug will Informatik-Organisation aufräumen

3. Juni 2016, 13:29
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Regierungsrat Tännler: "Es wird Veränderungen geben."

Regierungsrat Tännler: "Es wird Veränderungen geben".
Der frischgebackene Zuger Regierungsrat Heinz Tännler will die Informatik-Organisation des Kantons offenbar gründlich aufräumen. Vorher aber will man die Situation genau anschauen, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons heute. Dann will sich der Kanton eine IT-Strategie geben und ein Umsetzungsprogramm entwickeln. Dieses soll dann von Kanton und Gemeinden genehmigt werden.
Mehrere Informatik-Flops haben den Kanton in den letzten Jahren Millionen gekostet
In welche Richtung es gehen wird, zeigt ein Blick in die Präsentation, die Tännler heute an einer Pressekonferenz zeigte. Der SVP-Regierungsrat stellt fest, dass die Informatik im Kanton Zug dezentral in den Direktionen betrieben wird und auch die Gemeinden, IT "teilweise selbständig" beziehen müssen. Die Verantwortung für IT-Projekte ist – wie man das auch vom Bund kennt – verteilt.
Die Unzufriedenheit der Zuger Gemeinden mit dem AIO ist bekannt. So gründeten die Gemeinden eine eigene Interessengemeinschaft Informatik, die IGI Zug. Dass Tännler den Geschäftsführer der IGI Zug, Ernst Portmann, zum interimistischen Leiter des AIO macht, zeigt deutlich, dass er den Knatsch mit "seinen" Gemeinden beenden will. Portmann hat als ehemaliger Bereichsleiter des Spitalinformatik-Dienstleistes HINT einen IT-Hintergrund, ist aber als Gemeinderat von Obfelden auch mit Politik vertraut.
Die Stelle als Leiter des AIO wird öffentlich ausgeschrieben. Zudem wird man in Zug eine Arbeitsgruppe Strategieentwicklung aufbauen, die einen Massnahmenplan entwerfen soll. Tännler hat offenbar vor, die Informatik des Kantons und der Gemeinden ganz neu aufzustellen. So heisst es in seiner Präsentation: "Es wird Veränderungen geben" und "Auswirkungen auf Personal und Anstellungen werden mit Umsicht und sozialverträglich gehandhabt." (hc)

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