KSW schafft Bereich für die Digitalisierung

8. September 2020, 13:15
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Das Kantonsspital Winterthur siedelt Informatik nun auf höchster Ebene an. In einigen Spitälern ist die IT noch nicht einmal in der Spitalleitung vertreten.

Früher präsentierte sich die Informatik-Abteilung in den Spitälern noch hauptsächlich als unterstützender Prozess. Im Zeitalter der Digitalisierung wandelt sich das Aufgabengebiet aber mehr und mehr zur einer Managementaufgabe. Die Universitätsspitäler Basel, Bern und Zürich etwa kennen schon seit geraumer Zeit die Funktion als Chief Information Officer, "Digitalisierungschef" oder "Direktor Technologie und Innovation", angesiedelt auf höchster Ebene in der Spitalleitung.

KSW will in "intensiv" in die Digitalisierung investieren

Auch die Zentrumsspitäler haben in den letzten Monaten diese Funktion ganz oben in der Hierarchie verankert. Aktuelles Beispiel ist das Kantonsspital Winterthur (KSW): Dort wurde strategisch entschieden, "intensiv Ressourcen und oberste Management-Attention in die Prozessgestaltung und Digitalisierung zu investieren". Dies geht aus einem Jobinserat hervor, in dem das KSW einen CIO für den neu geschaffenen Direktionsbereich "Prozessgestaltung und Digitalisierung" sucht.
Für die Funktion als "Motor einer grossen digitalen Transformation in einer der spannendsten Branchen" sollte die gesuchte Führungspersönlichkeit unter anderem Erfahrungen in Digitalisierungsprojekten und IT-Grosssystemen mitbringen. Zu Beginn umfasse das zu führende Team im KSW rund 70 Mitarbeitende, wie das Spital in der Anzeige schreibt.

Spitalzentrum Biel betreibt ein "Digital Office"

Mit diesem Schritt folgt das Kantonsspital einem Trend, auf den einige Zentrumsspitäler bereits aufgesprungen sind. Das Kantonsspital Aarau (KSA) setzt seit einigen Monaten auf einen Chief Technology Officer, der das Departement Informatik und Medizintechnik in der Spitalleitung vertritt. Auch das Spital Thurgau, die Solothurner Spitäler (Soh), das Spital Freiburg (HFR) und das Kantonsspital Baselland (KSBL) kennen die CIO-Funktion respektive Informatikdirektor in der Spitaldirektion, die direkt dem CEO rapportieren. Und auch beim Spitalzentrum Biel kümmert sich ein Mitglied der Spitalleitung nur um das sogenannte "Digital Office".
In anderen grösseren Spitälern hingegen, etwa im Kantonsspital Zug, ist die Informatik noch immer als "Support-Funktion" im Bereich "zentrale Dienste" untergeordnet, gemeinsam mit der Hotellerie, der Technik, dem Personal (HR) oder der Logistik. Dieser Bereich ist im Zuger Organigramm nicht in der Spitalleitung vertreten. Auch im Spital Uster ist der ICT-Leiter weder in der Spitaldirektion noch in der erweiterten Geschäftsleitung anzutreffen. Anders beispielsweise im Kantonsspital Baden (KSB): Dort gehört die Informatik zwar "nur" zum Bereich "Betrieb", der Informatikleiter sitzt aber in der erweiterten Geschäftsleitung.

Informatik weiterhin oftmals nur als "Support-Bereich"

Auch im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) erhält die Informatik zwar ebenso einen höheren Stellenwert, ist aber nicht direkt in der Spitaldirektion vertreten: Der Bereich ist bei der Direktion angesiedelt, gemeinsam mit weiteren unterstützenden Prozessen wie Qualität, Seelsorge, HR oder Unternehmensentwicklung. Im Kantonsspital Graubünden (KSGR) ist die Informatik mit der Technik, den Immobilien und der Sicherheit im Departement "Infrastruktur" subsumiert.
Ähnlich sieht es auch in anderen Zentrumsspitälern aus: Im Spital Emmental leitet ein Chief Operating Officer den Geschäftsleitungsbereich "Services", der die Gebiete Human Resources, Recht und auch die Informatik umfasst. Bei den Spitäler Schaffhausen wiederum sind die Funktionen "Finanzen und Informatik"Gesundheit ganz traditionell in einem Geschäftsleitungsbereich als Supportbereich vereint. 
Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Portal für die Gesundheitsbranche 'medinside.ch'.

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