Kantonsspital St. Gallen kauft autonome Fahrzeuge für 7 Millionen

23. Juli 2021, 09:03
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Künftig sollen Waren im Spital fahrerlos transportiert werden. Die Sicher­heitsan­forderungen sind im komplexen Umfeld hoch.

Das Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hat einen Auftrag für ein fahrerloses Transportsystem vergeben. Der Vertrag über knapp 7 Millionen Franken geht an die Firma Oppent aus dem italienischen Mailand, die sich gegen 4 Mitbewerber durchsetzen konnte. Sie soll nun in der Ostschweiz über die nächsten 5 Jahre ein komplettes System mit 37 Fahrzeugen implementieren. Zum Auftrag gehören auch Software- und Schnittstellenanbindungen sowie Wartung und Support.
Das KSSG baut in den nächsten Jahren diverse neue Gebäude und überholt Bestandsbauten, dabei werde auch die Transportinfrastruktur verbessert, ist den Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen. Was derzeit noch manuell und per Schleppzug transportiert wird, soll künftig vom fahrerlosen System übernommen werden. Entsprechende Lösungsansätze seien in einer Machbarkeitsstudie bereits definiert worden, heisst es weiter.
Diese sieht einen Rollenunterbau vor, der je nach Warengruppe – die von Getränken über Abfall bis zu Sterilgütern reichen – mit verschiedenen Containern bestückt werden können. Sie sollen sich autonom bis in die Zielstockwerke bewegen oder die Aufbauten im Lift deponieren, von den Aufzügen werden sie dann wiederum manuell verteilt.
Die für die Bedienung nötigen Applikationen müssen komplett in den Rechenzentren des Kantonsspitals betrieben werden, eine Cloudlösung wurde ausgeschlossen. In den ausführlichen Security-Anforderungen sind unter anderem möglichst minimale Rechte für Anwender sowie Pentests am System vorgesehen, zudem wird in der Netzwerktopologie der Absicherung gegen aussen viel Gewicht eingeräumt. Die kundenspezifischen Quellcodes sollen in der Enddokumentation dem KSSG übergeben werden, wie in den Unterlagen festgehalten wird.
Im Spitalumfeld herrsche ein intensiver Verkehr von Betten, Patienten, Besuchern, Lieferanten und Angestellten, so dass der Risiko- und Gefährdungsanalyse ein hoher Stellenwert eingeräumt werden müsse, heisst es weiter zur physischen Sicherheit. Auch müsse eine starke Beeinträchtigung der Systemleistung einkalkuliert werden, etwa wegen Notstopps oder Wartezeiten aufgrund von Gegenverkehr.
Das Kantonsspital St. Gallen beschäftigt rund 5'500 Mitarbeitende und versorgt die Einwohner des gesamten Kantons sowie angrenzender Regionen. Das KSSG hat im Juni ein neues Klinikinformationssystem (KIS) in Auftrag gegeben

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