Karten im PK-Software-Business werden neu gemischt

22. Oktober 2013, 15:10
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M&S übernimmt den Basler Software-Hersteller Güntert und wird damit auf einen Schlag zu einem gewichtigen Hersteller von Software für Pensionskassen.

M&S übernimmt den Basler Software-Hersteller Güntert und wird damit auf einen Schlag zu einem gewichtigen Hersteller von Software für Pensionskassen.
Das Berner Software-Haus Mathys & Scheitlin übernimmt zu einem nicht genannten Preis die Basler Güntert AG. Güntert kennt man als Hersteller von Antecura, einer Lösung für Pensionskassen. Zu den Kunden der Muttenzer Firma gehören etwa die PKs der Berner Kantonalbank, von Schindler, der Richemont Group oder der Stadt Bern, um nur einige Beispiele zu nennen. Güntert wechselt damit in relativ kurzer Zeit zum zweiten Mal den Besitzer. Denn erst 2009 hat das grosse deutsche Softwarehaus msg systems Güntert dem gleichnamigen Firmengründer abgekauft.
Die Übernahme wird im Oktober umgesetzt und gilt rückwirkend auf den 1. Oktober 2013, so msg-Sprecherin Susanne Koerber-Wilhelm auf Anfrage.
Die Schweizer Landesgesellschaft von msg richte sich neu aus, so Koerber. "msg Schweiz refokussiert auf den Bereich der Erst- und Rückversicherer sowie auf Industrieversicherungen", wo msg Standard-Lösungen anbietet. Koerber: "msg hat in der Schweiz auch Kunden aus anderen Branchen, doch der Schwerpunkt liegt in der Versicherungsbranche." Die Ausrichtung von Mathys & Scheitlin passe gut zu Güntert, sagte Koerber in einem kurzen Telefongespräch.
Ein interessanter Markt
Mathys & Scheitlin (M&S) ist ein wichtiger Player, wenn es um Software für Ausgleichskassen geht. M&S hat für die Genossenschaft IG AKIS, der fast die Hälfte der rund 100 Ausgleichskassen der Schweiz angehören, AKIS/Net entwickelt. Mit dieser Plattform wickeln die Ausgleichskassen Sozialversicherungen wie AHV, IV oder Kinderzulagen ab.
Weniger bekannt ist, dass M&S auch eine - nach eigenen Angaben sehr moderne - Lösung für Pensionskassen (M&S Pension) entwickelt hat. Die Nische ist interessant, denn viele Pensionskassen arbeiten mit alter oder gar keine Standardlösung. Zudem ist der Markt fragmentiert. Wie uns Hans-Jörg Scheitlin im August bei einem Redaktionsbesuch sagte, wolle man nun rasch im Markt für PK-Software expandieren und zum führenden Anbieter aufsteigen.
Dies ist auch der Grund, warum man Daniel Wenger, den man unter anderem als ehemaligen Marketing-Chef von Adcubum kennt, an Bord geholt hat. Wenger soll als CMO und stellvertretenden Geschäftsführer den schwierigen Wandel der ehemaligen Ingenieurs-Firma hin zu einem Produkt-Anbieter beschleunigen.
(Natürlich) Kein Stellenabbau
Wenig erstaunlich ist, dass M&S nicht plant, bei Güntert Stellen abzubauen. Die 1992 gegründete Firma hat acht Mitarbeitende in der Schweiz und etwa 30 in Indien, so Wenger auf Anfrage. Auch will M&S sämtliche Partnerschaften und natürlich Kundenbeziehungen weiterführen.
Man verfolge langfristig eine Ein-Produkt-Strategie, sagt Wenger. Doch in den nächsten Jahren werden beide Produkte weitergeführt. Es gehe zuerst darum, aus den beiden Lösungen, Antecura und M&S Pension, eine neue, noch bessere Software zu entwickeln, die das Beste aus den beiden Produkten vereine, so Wenger. (Christoph Hugenschmidt)

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