Kehrtwende bei COS

28. Oktober 2004, 08:47
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Kurt Früh gibt den Traum von Synergien zwischen den verschiedenen Gesellschaften der COS-Gruppe auf. Die COS Holding wandelt sich zu einer Beteiligungsgesellschaft. Die Zukunft der Distribution ist ungewiss

Heute Morgen hat COS-CEO und VRP Kurt Früh vor Analysten und Presse die Quartalszahlen präsentiert und seine neue Strategie vorgestellt. Nach langen Jahren der Verluste schrieb die COS-Gruppe zum ersten Mal wieder schwarze Zahlen. Im Q3 erreichte der börsenkotierte Konzern einen Umsatz von 221 Millionen Franken und einen Netto-Gewinn von 800'000 Franken. Früh hofft, den im ersten Halbjahr entstandenen Verlust von etwa 3,2 Mio. Franken im vierten Quartal noch aufholen zu können.
Ausserdem präsentierte Früh zum wiederholten Mal eine neue, gruppenweite Strategie. Die COS Holding wird sich in eine Art Beteiligungsgesellschaft wandeln, Synergien zwischen den einzelnen Gesellschaften werden nicht mehr gesucht. Die COS-Töchter sollen alle "Unternehmer-geführt" werden und jährlich mindestens 20% Eigenkapitalrendite an die Holding abliefern. Erreicht eine Tochter diese Ziele nicht oder stösst sie an Wachstumsgrenzen, so ist Früh auch bereit, diese zu verkaufen. Freie Mittel könnten durchaus zu weiteren Zukäufen von Firmen genutzt werden, die aufgrund von Kapitalmangel an Wachstumsgrenzen stossen.
Mit der strategischen Kehrtwende vom Konzern in Richtung Beteiligungsgesellschaft richtet sich Kurt Früh vor allem an die Börse. Der Aktienkurs von COS liegt immer noch weit unter dem inneren Wert der Firma. Frühs Botschaft an Analysten und Aktionäre: Wir wollen eine Eigenkapitalrendite von mindens 15% erreichen. Die Frage ist nun, ob sich dieses Ziel mit drei, verhältnismässig kleinen Distributionsgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichen lässt. So sagte Kurt Früh heute morgen denn etwas kryptisch: "Einzelne unserer Firmen haben eine neue Wachstumsschwelle erreicht oder werden bald davor stehen und wir müssen uns genau überlegen, ob wir für die künftige Weiterentwicklung immer noch die richtige Muttergesellschaft sind." Zu deutsch: Die Distributionsbereiche können, falls sie zu gross werden (Deutschland) oder zu klein bleiben (Schweiz und Österreich), um die hohen Profitziele zu erreichen, durchaus auch abgestossen werden. (Christoph Hugenschmidt)

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