Kein IT-Kompromiss zwischen Bundesgericht und Bundesverwaltungsgericht

15. März 2010, 13:44
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Das Bundesverwaltungsgericht löst die vom Bundesgericht entwickelte Gerichtssoftware DossPlus definitiv ab. "Juris" von Abraxas wird eingeführt.

Das Bundesverwaltungsgericht löst die vom Bundesgericht entwickelte Gerichtssoftware DossPlus definitiv ab. "Juris" von Abraxas wird eingeführt.
Der geplante Wechsel von Open Source auf Microsoft beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) in Bern zieht definitiv auch eine Migration der Gerichtssoftware nach sich. Das BVGer hat sich nämlich für die Einführung der Gerichtsverwaltungssoftware "Juris" inklusive "FindInfo" von Abraxas entschieden. Wie Abraxas mitteilt, ist der Auftrag bereits am 29. Januar 2010 formell erteilt worden. Die neue Fachanwendung wird auf den 1. Januar 2011 eingeführt. Projektpartnerin ist die Berner Weblaw AG, welche auch die "Weblaw Search Technology" beisteuert.
Gemäss Mitteilung konzentrieren sich die Abraxas-Spezialisten im Rahmen des Projektes vor allem auf die Dossierverwaltung und das integrierte juristische Informationssystem der neuen Lösung. Die Weblaw AG übernimmt die Bereitstellung von Teilen der Funktionsblöcke Dokumentation und Publikation.
Letzte IT-Fessel gelöst
Das BVGer arbeitete seit seiner Gründung im Januar 2007 mit der Gerichtsverwaltungssoftware DossPlus (früher als Bradoss bekannt), die vom Bundesgericht in Lausanne entwickelt wird. Dass DossPlus beim BVGer abgelöst wird, war schon Ende 2009 so gut wie sicher – dies, obwohl das BVGer eigentlich im Grossen und Ganzen zufrieden war mit DossPlus. Die Einführung der neuen Fachanwendung kostet rund 2,5 Millionen Franken.
Der letzte Schritt in der IT-mässigen Trennung der beiden Gerichte ist damit getan. Bereits im Oktober 2008 hatte sich das BVGer dafür entschieden, die bisherige Open-Source-Umgebung des Bundesgerichts zu verlassen und per Anfang 2011 auf Microsoft zu migrieren. In den kommenden Wochen wird definitiv entschieden, welche Windows-Version beim BVGer zur Anwendung kommen wird – ziemlich sicher wird es Windows 7 sein. (Maurizio Minetti)

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