Kein Projektabbruch beim deutschen "Insieme"?

17. September 2019, 13:42
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Laut neuen Recherchen des 'Spiegel' steht die Modernisierung der IT der Bundesverwaltung Deutschlands vor dem Scheitern.

Laut neuen Recherchen des 'Spiegel' steht die Modernisierung der IT der Bundesverwaltung Deutschlands vor dem Scheitern. Dabei stecke das Projekt keineswegs nur wie berichtet.
Im Bericht werde herausgestrichen, dass die finanziellen Risiken für den deutschen Bundeshaushalt noch weit grösser sind als derzeit angenommen. Seit letztem Jahr ist bekannt, dass die geplanten Kosten des auf zehn Jahre angelegten Grossprojekts von ursprünglich einer Milliarde auf 3,43 Milliarden Euro steigen. Wie hoch sie jetzt sind, lässt der Bericht offen.
Zudem wird die Organisation des Projektes scharf kritisiert: Die Projektleitung liege zwar im Innenministerium, es habe allerdings kein Weisungsrecht gegenüber den damit beauftragten bundeseigenen Dienstleistern. Diese seien beim Finanzministerium und dem Verteidigungsministerium angesiedelt. Laut Bericht hat dies zur Folge, dass es keine echte Steuerung gibt, sondern Blockaden und ein Management-Chaos.
Als Reaktion darauf habe der zuständige Haushaltsausschuss wesentliche Teile der geplanten Mehrkosten gesperrt, weshalb wichtige Teile des Vorhabens bereits geordnet heruntergefahren und eingestellt worden seien.
Der zuständige deutsche Staatssekretär lässt sich mit den Worten zitieren, dass angesichts der "gravierenden Mehrkosten nun alles auf den Prüfstand muss". Allerdings sei der eingeschlagene Weg "alternativlos". Irgendwann müssten die Behörden ihre Systeme erneuern: "Wenn sie es eigenständig tun, wird es noch teurer."
Beim Finanzministerium erklärte man, die Regierung prüfe gerade "intensiv" verschiedene Modelle und Vorgehensweisen, um die Probleme zu lösen. Doch "ein Ergebnis dieser Prüfungen gibt es noch nicht". (vri)

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