Keine Krise bei Swisscom IT Services

4. März 2009, 11:13
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Umsatz des Outsourcing-Arms von Swisscom wächst leicht. Bereits gut gefüllte Pipeline für 2009.

Umsatz des Outsourcing-Arms von Swisscom wächst leicht. Bereits gut gefüllte Pipeline für 2009.
Im vergangenen Jahr, das ab dem vierten Quartal von der weltweiten Wirtschaftskrise gezeichnet war, konnte Swisscom IT Services (SCIS) inklusive Tochterunternehmen Comit den Umsatz mit externen Kunden um 1,2 Prozent von 430 auf 435 Millionen Franken steigern. Der IT-Outsourcing-Arm von Swisscom wuchs damit weit weniger schnell als noch vor einem Jahr, als ein Umsatzsprung von 24,3 Prozent resultierte.
"AGI-Faktor"
SCIS-Sprecher Martin Schweikert führt die nahezu flache Umsatzentwicklung im Gespräch mit inside-it.ch auf den "AGI-Faktor" zurück. Weil viele Banken von der alten AGI-Plattform auf die modernen Bankenlösungen Avaloq und Finnova wechselten, vergünstigte sich der Betrieb. "Durch den günstigeren Betrieb haben wir um die 30 Millionen Franken Umsatz verloren", sagt Schweikert. Die Einnahmen durch die Migrationen konnten diesen Umsatzverlust nicht wettmachen, da sie teilweise schon 2007 stattfanden.
Gemäss Schweikert spürte SCIS auch im vierten Quartal keine Anzeichen einer Krise. Der Umsatz sei "stabil" gewesen und über das ganze Jahr habe man eine "gute" EBITDA-Marge erzielen können. Die operative Gewinnmarge von SCIS dürfte schätzungsweise zwischen 10 und 15 Prozent betragen.
Viel Umsatz "zurückgegeben"
SCIS hat in den vergangenen Monaten viel Umsatz an den Konzern "zurückgegeben". Wie Schweikert sagt, wechselten per 1. Januar 2008 120 Personen von SCIS zu Swisscom Schweiz. Auch Anfang 2009 wurden weitere 200 Entwickler ausgegliedert. Diese Angestellten kümmern sich um Telekom-Systeme, die SCIS nicht an externe Kunden verkaufen kann. Darüber hinaus hat SCIS in den vergangenen Monaten aber auch die Kosten für externe Mitarbeiter (Contractors) gesenkt, wie inside-it.ch im Januar berichtete. Ende 2008 betrug der Personalbestand 2578 Vollzeitstellen.
Der Outsourcer sieht sich für das laufende Jahr in einer guten Lage. Im Geschäftsbericht ist die Rede von gesicherten Zusagen über ein Auftragsvolumen von mehr als 200 Millionen Franken. Schweikert wollte keine Angaben zu neuen Abschlüssen machen, fügte aber hinzu, dass man in den nächsten Tagen mehr erfahren werde. (Maurizio Minetti)

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