KI-Forscher in Europa wollen mit USA und China mithalten

19. Juni 2018, 13:26
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Die europäischen Experten für künstliche Intelligenz wollen sich von ihren Kollegen und Konkurrenten in den USA und in China nicht abhängen lassen.

Die europäischen Experten für künstliche Intelligenz wollen sich von ihren Kollegen und Konkurrenten in den USA und in China nicht abhängen lassen. Fast 900 Personen unterstützen die Initiative Confederation of Laboratories for Artificial Intelligence in Europe (CLAIRE). Mit dem Projekt sollen nicht nur die Forschungsbemühungen intensiviert, sondern diese auch besser koordiniert werden, schreiben die Initianten in einem Aufruf.
Ende Mai hatte China verkündet, dass es mit Milliardeninvestitionen bis 2025 zur KI-Supermacht aufsteigen und den derzeitigen Spitzenreiter USA überholen wolle. Die CLAIRE-Unterstützer warnen nun davor, dass Europa im zukunftsweisenden Bereich weniger in Bildung, Forschung und Technologie investiere.
Die Initianten wollen ein Netzwerk von Kompetenzzentren etablieren, das dazu dienen soll den Austausch von Ideen und Know-how zu fördern. Ein zentraler CLAIRE-Hub soll zudem zeitweise zur direkten Zusammenarbeit dienen und eine moderne Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Einen moralischen Kompass haben sich die Initianten auch gegeben: Man solle sich bei der Entwicklung von KI auf die Ergänzung menschlicher Fähigkeiten konzentrieren, statt diese zu ersetzen, schreiben sie. Zudem sollen menschliche Vorurteile und Limits ausgeglichen und ethische Werte geschützt werden.
Auch Schweizer Forscher sind beteiligt
Ins Leben gerufen wurde das Projekt von Forschern der niederländischen Universität Leiden, der norwegischen Metropolitan-Universität Oslo sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.
Unter den 150 sogenannten Key-Supportern befinden sich auch Boi Faltings, Director des KI-Labs der EPFL; Malte Helmert, Head der Artificial Intelligence Research Group der Universität Basel sowie Luca Maria Gambardella und Jürgen Schmidhuber vom Institute for Artificial Intelligence Research der Universität Lugano. Auf der Webseite können mittlerweile alle interessierten Personen, unabhängig von akademischem Grad oder Expertise, das Projekt per Unterschrift unterstützen.
Erst Ende April hatten Wissenschafter einen offenen Brief verfasst, in dem sie ihre Befürchtungen artikulieren, dass Europa den Anschluss in Sachen KI verpasse. Sie hatten damals ein Forschungs-Zentrum Namens "European Lab for Learning & Intelligent Systems" (ELLIS) angedacht. (ts)

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