KISSimap: "Bis jetzt ist alles gut gelaufen"

23. September 2021, 13:16
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Nach dem letzten Debakel soll die Beschaffungs­plattform nun schrittweise ersetzt werden. Auftraggeber Sven Canonica berichtet über den Stand der Dinge und eine erste Feuerprobe.

Ende August ging die 10. IT-Beschaffungskonferenz über die Bühne. Rund 250 Personen haben laut den Veranstaltern der Uni Bern die Jubiläumsausgabe besucht. Nun sind die Vorträge auf dem Youtube-Kanal der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit veröffentlicht worden.
Über den Nachfolger von Simap, nämlich KISSimap, berichtete Sven Canonica. Der Vorsteher des Amts für öffentliche Beschaffung und Programmierung des Tessins sitzt als Auftraggeber im Verein Simap, der von Kantonen und Bund getragen wird. Canonica erklärte nun auch das "KISS" im Namen der neuen Plattform. Es steht für "Keep it simple", wie er beschwörend sagte: "einfach, einfach, einfach, bitte einfach".
Das mag nach dem Debakel mit dem Versuch von 2018 auch Not tun. Damals hatte man geglaubt, man könne ein Standardprodukt kaufen. Die europäische Lösung dann aber zu "schweizerisieren", wie Canonica sagte, ging in die Hose. Das Projekt wurde 2019 abgebrochen. Schaden für den Verein: 600'000 Franken.
Bis spätestens Ende 2023 muss nun der neue Anlauf mit einer Individualsoftware klappen, dann wird die alte Plattform nicht mehr gewartet: Auf der Website des Vereins wird dann auch ein Countdown abgebildet: Noch 466 Tage! Man sei auf Kurs, so Canonica, "bis jetzt ist alles gut gelaufen". Im Herbst folgt nun eine erste Feuerprobe, es beginnt die Realisierungsarbeit. Unic und Begasoft haben sich den Auftrag geangelt.
Im ersten Realisierungsschritt werden neben einer einfacheren Bedienung und der Unterstützung des neuen Beschaffungsrechts auch weitere Funktionalitäten dazu kommen: Elektronische Offerteinreichung mit qualifizierter digitaler Unterschrift, Einladungsprozesse für selektive Verfahren, Unterstützung der EU-Normen sowie eine Schnittstelle für Erweiterungen sollen KISSimap bis zum Start verpasst werden.
Dieser folgt Ende 2022 erst im Parallelbetrieb, Ende 2023 wird dann die alte Plattform abgeschaltet. Bis 2026 wird KISSimap noch Erweiterungen erhalten.
Bis Mitte Oktober werden nun noch Sprints zur Detailformulierung der "User-Storys" durchgeführt. Das ist offenbar auch eine der Lehren aus dem gescheiterten Versuch. Den Anforderungen der Anwender-Community soll durch regelmässige Feedbacks Rechnung getragen werden.  

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