Klage: Oracle habe Investoren beim Cloud- Wachstum belogen

13. August 2018, 09:35
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Oracle ist mit einer Klage konfrontiert, in welcher dem Konzern vorgeworfen wird, das Oracle-Management hätte die Aktionäre angelogen bei der Erklärung, warum die Cloud-Verkäufe von Oracle-Produkten zunehmen.

Oracle ist mit einer Klage konfrontiert, in welcher dem Konzern vorgeworfen wird, das Oracle-Management hätte die Aktionäre angelogen bei der Erklärung, warum die Cloud-Verkäufe von Oracle-Produkten zunehmen.
Dies meldet 'Bloomberg' mit Bezugnahme auf die Klageschrift.
Der Kläger, der Pensionsfonds der Feuerwehr der Stadt Sunrise, behauptet, Oracle habe mit Nötigung und Drohungen gearbeitet, um die Cloud-Verkäufe zu fördern. Der Konzern habe damit ein nicht nachhaltiges Modell geschaffen. Der in Florida ansässige Feuerwehr-Pensionsfonds und andere Investoren verloren Geld, als die Oracle-Aktie im März nach einem enttäuschenden Gewinnbericht und einem enttäuschenden Ausblick um 9,4 Prozent einbrach.
Im Kontext von "Nötigung" und "Drohungen" nennen die Kläger Lizenzprüfungen und sagen, dass Oracle bestehende Wartungsprogramme abgeschwächt habe, um Kunden zum Kauf der Cloud-Produkte zu zwingen. "Der Einsatz solcher Taktiken verschleierte den Mangel an realer Nachfrage nach den Cloud-Diensten von Oracle und machte das Wachstum nicht nachhaltig", weil im Endeffekt Kunden damit vertrieben würden.
Die Kläger, welche eine Sammelklage anstreben, berufen sich auf Investoren-Telefonate mit Oracle-Verantwortlichen, welche 2017 in ihren Prognosen gesagt haben sollen, die Cloud-Verkäufe würden steigen, da Oracle-Kunden die Cloud-Produkte rasch übernehmen werden.
Die auf Tech-News spezialisierte US-Website 'The Information' hatte im Mai mit Berufung auf anonyme Quellen berichtet, dass Oracle "agressive Verkaufstaktiken" einsetze, um das Cloudbusiness anzutreiben. Lizenz-Audits oder die Ankündigung solcher seien dabei ein Mittel.
Auch 'Fortune' beschrieb in einem Artikel die Verkaufstaktiken von Oracle letzten Mai ausführlich. Das Fazit von 'Fortune': "Angesichts dieser Policies scheint es, dass Oracle das Bedürfnis hat, Kunden zur Cloud-Einführung zu drängen."
Aus der Schweiz sind uns keine derartigen Vorwürfe bekannt.
Alles nicht wahr, widerspricht Oracle.
"Oracle ist seiner grossen und wachsenden Kundenbasis dankbar und hat keinen Grund, auf Panikmache zurückzugreifen, um Geschäfte zu machen. Wir sind enttäuscht, dass 'The Information' ungenaue Aussagen mit Bezug auf eine Handvoll Kunden macht," hatte sich Oracle über die Tech-Website 'Light Reading' im Mai gewehrt.
Und Oracle widerspricht den Klägern aus Florida auch jetzt wieder: "Die Klage hat keine Grundlage und Oracle wird sich energisch gegen diese Behauptungen verteidigen", sagte Deborah Hellinger, eine Sprecherin von Oracle, in einer Erklärung laut 'Bloomberg'.
Seit Juni gibt Oracle keine spezifischen Cloud-Zahlen mehr bekannt.(mag)

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