"Klickbetrug": Yahoo muss Werbegelder zurückzahlen

29. Juni 2006, 13:45
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Höhe der Summe noch nicht klar.

Höhe der Summe noch nicht klar.
Der Suchmaschinenbetreiber Yahoo hat sich in einem Gerichtsverfahren mit klagenden Werbekunden auf einen aussergerichtlichen Vergleich geeinigt. In dem Prozess ging es um bei Yahoo aufgeschaltete Online-Werbung, die auf betrügerische Weise angeklickt worden sei. Durch das betrügerische Anklicken generiert Yahoo Werbeumsatz, während die Werbung der Kunden nicht von Interessenten angeklickt wird, was diese verständlicherweise nicht goutieren.
Tausende Werbekunden sollen nun getätigte Zahlungen zurückerhalten. Yahoo wird auch die Anwaltskosten in der Höhe von 5 Millionen US-Dollar übernehmen. Die Einnahmen des Unternehmens während der von den Klägern beanstandeten Zeitspanne belaufen sich auf über 9 Milliarden Dollar. Noch ist nicht klar, wie viel davon Yahoo zurückzahlen wird.
Vergangenen März hatte Yahoo-Konkurrent Google ebenfalls einen Prozess beigelegt, indem das Unternehmen sich bereit erklärte, 90 Millionen Dollar zurückzuzahlen. Auch in diesem Fall waren die gesamten Werbeeinnahmen aber um ein x-faches höher. Natürlich ist es so, dass nicht alle Werbeumsätze auf Betrügereien basieren – aber fast. Gemäss Schätzungen sind 30 bis 40 Prozent der Klicks auf Online-Werbung betrügerischer Natur. Offizielle Studien rechnen eher mit 12 bis 14 Prozent.
Der sogenannte "Klickbetrug" wird in den meisten Fällen anhand von gekaperten PCs, die ein Botnet bilden, begangen. Anhand einer Software werden in regelmässigen Abständen Klicks auf verschiedene Online-Anzeigen generiert. Damit wird das wahre Interesse an einer Werbefläche total verfälscht. Ziel des Betrugs ist es meistens, einem Konkurrenten höhere Werbekosten zu bescheren. Werbekunden zahlen bei Yahoo, Google und Co. pro Klick auf die geschaltete Anzeige. (mim)

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