KMUs vor eigentlichem Cloud-Hype (?)

17. August 2010, 12:44
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Für Cloud-Services sollen KMUs weltweit bis 2014 bis zu 100 Milliarden Dollar ausgeben.

Für Cloud-Services sollen KMUs weltweit bis 2014 bis zu 100 Milliarden Dollar ausgeben. Das jedenfalls zeigen die Ergebnisse einer Studie von AMI Partners, die den weltweiten Markt für Cloud-Services untersucht hat. Kleine und mittlere Unternehmen (unter 1000 Mitarbeitern) würden sich wegen der möglichen Kosteneinsparungen und der grösseren Flexibilität schneller als bisher für den Bezug von Diensten aus der Cloud entscheiden, heisst es in der Studie. Noch im letzten Jahr seien von ihnen erst rund 52 Milliarden Dollar für Cloud-Services ausgegeben worden, was nur rund sechs Prozent der gesamten ICT-Ausgaben der KMUs entsprochen habe.
AMI prognostiziert nun, dass sich dieser Betrag in fünf Jahren verdoppelt haben wird. Das würde dann rund 11 Prozent der gesamten weltweiten ICT-Ausgaben der KMU entsprechen. Allerdings stützt sich AMI mit diesen Zahlen auf vorsichtige Schätzungen, denn nach eigenen Angaben hätte man durchaus realistische Hinweise darauf, dass sogar Wachstumsraten von mehr als 13 Prozent möglich sein könnten.
Der Grossteil der KMU-Investitionen in diesem Sektor fliesst bisher noch in Cloud-basierte CRM-Lösungen und in Abrechnungs-, Buchhaltungs- und Finanz- und Web-Conferencing-Anwendungen. Die Analysten erwarten, dass im Laufe des Jahres zusätzlich auch in Business Intelligence und Videokonferenz-Lösungen investiert werde. Zudem wachse das Interesse von KMUs an Suiten und Bündelangeboten, die auch Sicherheits- und Speicher-Lösungen umfassen. Den grössten Wachstumsschub will AMI bei Remote-IT-Angeboten ausgemacht haben, wo beispielsweise die Nachfrage nach Komponenten wie Managed Services, SaaS und Videokonferenzen aus der Wolke um jährlich 20 Prozent zunehmen.
Das Fazit der Marktforscher ist denn auch optimistisch: Die ICT-Landschaft der KMU werde bis 2014 eine Verjüngungskur erfahren, was zudem neue Anbieter und neue Dienstleistungen mit sich bringen werde. So würden immer mehr KMU ihr Potential aufgrund neuer ICT-Möglichkeiten ausbauen, gerade weil der Bezug aus der Cloud die Angebote erschwinglich mache und sie einfach zu implementieren seien. Und grundsätzlich gelte, dass KMU mit wenig vorhandener Infrastruktur diejenigen sind, die sich meist schnell für Cloud-Services entscheiden; während grössere KMU gemächlicher vorgehen. (vri)

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