Kobik-Jahresbericht: Online-Betrug nimmt immer mehr zu

19. August 2010, 15:27
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Im Jahr 2009 hat die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität Kobik insgesamt rund 7'500 Meldungen bearbeitet, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht.

Im Jahr 2009 hat die Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-Kriminalität Kobik insgesamt rund 7'500 Meldungen bearbeitet, wie aus dem heute veröffentlichten Jahresbericht hervorgeht. Der grösste Teil der Meldungen habe dabei die Bereiche Pornografie und Spam betroffen. Insbesondere im Bereich der harten Pornografie hat die Zahl der Meldungen von 1047 im letzten Jahr auf 1364 zugenommen. Mit einem Plus von 86 Prozent haben auch die Meldungen in der Kategorie Betrug zugenommen, schreibt das Kobik. Insbesondere die Betrügereien mit fingierten Wohnungsvermietungen, aber auch Varianten des Vorschussbetruges mit Hilfe von Online-Kleinanzeigen, seien sehr zahlreich.
Durch Eigenrecherchen habe das Kobik im vergangengen Jahr insgesamt 155 Verdachtsdossiers erstellt und an die kantonalen Polizeistellen weitergeleitet. Die Dossiers seien das Resultat von Kontrollen in Peer-to-Peer-Netzen und wurden vor allem an Stellen im Kanton Zürich weitergeleitet. Die Kantone St. Gallen, Bern, Aargau und Waadt folgen in grossem Abstand.
Aus den Rückmeldungen der Kantone liest das Kobik eine grosse Erfolgsquote ab. So sei in 90 Prozent aller seit 2003 an kantonale Stellen weitergeleiteten Fällen eine Hausdurchsuchung durchgeführt worden. In 82 Prozent der durchgeführten Hausdurchsuchungen sei dann auch einschlägig illegales Material beschlagnahmt worden. Und in 89 Prozent der Fälle habe das Strafverfahren mit einer Verurteilung geendet, heisst es weiter im Jahresbericht. In den meisten Fällen seien zur Bewährung ausgesetzte Geldstrafen in Verbindung mit Bussen ausgesprochen worden.
Bewährt habe sich auch die neue Zusammenarbeit mit der italienischen Organisation Telefono Arcobaleno, welche sich intensiv für den Kinderschutz einsetzt. Die Kooperation habe im 2009 zu über 7'300 Links mit kinderpornografischen Inhalten geführt. Diese seien durch Schweizer Internetdienstleister ohne deren Wissen und Kenntnis weiterverbreitet worden. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Unternehmen hätten die Inhalte aber erfolgreich gelöscht werden können, konstatiert die Kobik. (Thomas Bruehwiler)

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