Können Speicherpreise noch tiefer fallen?

18. Januar 2008, 17:18
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Ist der Preiszerfall bei Arbeitsspeicher nun vorbei? Kingston hofft es.

Ist der Preiszerfall bei Arbeitsspeicher nun vorbei? Kingston hofft es.
Vor einem Jahr war Christian Marhöfer, DACH-Chef beim Speicherhersteller Kingston, noch optimistisch. Er sagte damals an einem Presseanlass, man spüre wieder ein Anziehen der Preise bei Hauptspeicher (RAM-Module), hingegen glaube er, dass der Preiszerfall bei Flash-Speichern, wie sie in Speicherkärtchen für Digitalkameras verwendet werden, weitergehen werde.
Die reelle Entwicklung zeigt, dass sich selbst Spezialisten täuschen können. Gestern - ein Jahr danach - musste Marhöfer von einem "dramatischen" Preiszerfall bei RAM-Modulen berichten. So sank der Preis für ein DDR2-Modul im Verlauf des letzten Jahrs von etwa 90 Dollar auf gerade noch 18 Dollar, und selbst die relativ teuren Marken-Module für Server wurden laufend billiger. Der Preis für ein 8-GB-Servermodul sank von etwa 2'500 Dollar auf gerade noch 800 Dollar. Mit ein Grund dürfte sein, dass weniger Anwender als erwartet, das neue Betriebssystem Windows Vista, das sehr viel mehr Arbeitsspeicher benötigt, auf bereits vorhandenen PCs installieren.
Bei den Flash-Speichern gab es zwar auch Preiszerfall, doch er war weniger stark. Der Preis einer 1-GB-SD-Karte sank von etwa 9.50 auf 6 Dollar.
"Es kann nicht mehr tiefer gehen"
Für 2008 ist Marhöfer etwas optimistischer, was die Preisentwicklung angeht. Trotz einiger "Zuckungen im Markt" würden sich die Preise für RAM stabilisieren. Grund: "Es kann nicht mehr tiefer gehen." Die Preise für Flash-Produkte werde hingegen weiterhin sinken, was allerdings durch eine geradezu explodierende Nachfrage nach Speicherkärtchen kompensiert werden soll.
Preiszerfall mit Stückzahlen überkompensiert
Kingston Schweiz hat den tatsächlich massiven Preiszerfall nach eigenen Angaben gut überstanden, wie Lea Felder sagte, die Kingston in der Schweiz repräsentiert. Kingston konnte den Umsatz in der Schweiz von 23 auf 25 Millionen Dollar steigern (Kingston kauft und verkauft in US-Währung). In Stückzahlen gemessen, steigerte Kingston Schweiz den Umsatz allerdings um volle 50 Prozent.
Mehr Retail, mehr Vista, mehr Virtualiierung, mehr Gaming
Für das laufende Jahr ist man bei Kingston optimistisch. Die Migrationswelle auf Windows Vista sollte ja irgendeinmal kommen. Zudem will der US-Speicherspezialist vermehrt im Retail präsent sein und hofft auf ein gutes Geschäft mit der Ausrüstung von Servern, auf denen virtualisierte Umgebungen betrieben werden.
Ausserdem hat man mit Speichermodulen für Gaming-PCs eine interessante Nische entdeckt, die man nun gezielt pflegen will. "Das ist für Kingston die richtige Ecke," sagt Marhöfer. (Christoph Hugenschmidt)

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