Könnten "digitale Mini-GmbHs" Firmen­gründungen vereinfachen?

8. September 2021, 13:41
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Avenir Suisse stellt eine neue Rechtsform für Unternehmen zur Diskussion.

Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse will die Digitalisierung in der Schweiz beschleunigen, unter anderem im Bereich Firmengründungen. Als mögliches Mittel zu diesem Zweck schlägt sie die Einführung einer neuen Rechtsform vor: Die "digitale Mini-GmbH" soll es einfacher und schneller machen, neue Firmen zu gründen.
Die Digitalisierung der Schnittstellen zwischen Behörden und Unternehmen in der Schweiz stocke, schreibt Avenir Suisse. Der Ruf nach einer umfassenden Digitalisierung werde immer lauter.
In der Schweiz würden jedes Jahr über 40'000 Firmen neu gegründet. Die dabei anfallenden administrativen Kosten seien für versierte Gründer vielleicht zu bewältigen. Volkswirtschaftlich fielen sie jedoch ins Gewicht.

Zu viel analog, zu wenig digital

Ein Grund dafür sei, dass viele Schnittstellen mit den Behörden im "analogen Zeitalter" verharrten. Firmengründungen in der Schweiz seien daher übermässig langwierig und kostspielig.
Einfach die bestehenden Prozesse elektronisch umzusetzen, greife jedoch zu kurz. Die Digitalisierung sollte vielmehr zum Anlass genommen werden, die bestehenden Strukturen grundsätzlich zu überdenken, schreibt die Denkfabrik weiter.
Gerade bei Firmengründungen hielten die Vorschriften zum Gründungskapital und zur öffentlichen Beurkundung einer kritischen Prüfung nicht stand. Die Praxis zeige, dass die hohen Anforderungen bei Gründungen ihr Ziel nicht erreichten, nämlich das Vertrauen im Geschäftsverkehr und in den Gläubigerschutz zu stärken.

Papierlose Gründung, aber auch weniger Kapital

Verschiedene Länder hätten bereits vor Jahren "Einstiegs-Kapitalgesellschaften" eingeführt und damit positive Erfahrungen gemacht.
Die digitale Mini-GmbH sollte laut Avenir Suisse drei Merkmale aufweisen. Erstens sollten bei einer Gründung keine öffentliche Beurkundungen notwendig sein. Zweitens sollten Gründerinnen und Gründer bei allen Interaktionen mit Behörden auf Papier verzichten können.
Zusätzlich zu diesen Digitalisierungsmassnahmen sollen aber auch Vorschriften zum Gründungskapital wegfallen, schlägt Avenir Suisse vor.

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