Köpferollen und Vertragskündigungen bei COS Deutschland

21. Februar 2006, 16:18
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Drei Hersteller haben Distributionsverträge mit COS Deutschland gekündigt. Dies hat für die Schweiz keine Auswirkungen – sagen die Verantwortlichen.

Drei Hersteller haben Distributionsverträge mit COS Deutschland gekündigt. Dies hat für die Schweiz keine Auswirkungen – sagen die Verantwortlichen.
Wie die beiden deutschen Medien 'Computer Reseller News' (inklusive momentan 34 Kommentaren) und 'ComputerPartner' heute berichten, scheinen die Probleme bei der COS Distribution AG im deutschen Linden nicht nachzulassen. Ende Januar musste der Chef Peter Becker gehen. Gemäss 'CRN' haben die Hersteller Fujitsu, Samsung und Logitech nun die Verträge über die Vertriebsvereinbarungen gekündigt. Georg Dietsch, Director Storage Products Group bei Fujitsu Deutschland, bestätigte gegenüber 'CRN', dass der Vertrag mit COS per 31. März gekündigt wurde. Vereinbarungen mit Acer und Microsoft sollen in naher Zukunft ebenfalls aufgehoben werden, schreibt 'CRN'.
COS-Verwaltungsratspräsident Kurt Früh bestätigte heute gegenüber inside-channels.ch die Kündigung der Verträge mit den drei Herstellern. Der Vertrag mit Acer bestehe noch. Der Vertrag mit Microsoft-OEM laufe seines Wissens mit dem deutschen Assemblierer-Arm Topedo GmbH und sei nicht gekündigt. Von den Vertragskündigungen erwartet COS jedoch nach Meinung von Früh keine Nachteile. Im Gegenteil: Er erwartet "zum Teil eine wesentliche Entlastung im Reporting und in den Lagerhaltungspflichten."
COS als Subdistributor
Die "gut gängigen" Produkte der genannten Hersteller sollen weiterhin im Angebot bleiben, für die COS-Kunden soll sich nichts ändern. Als Subdistributor könne man diese Produkte oft sogar günstiger einkaufen als beim Hersteller direkt, sagt Früh. Dies darf jedoch angezweifelt werden. Zumal auch Distributoren, von denen COS nun die Ware beziehen will, vom Preisdruck betroffen sind.
Um welche Distis es sich dabei handelt, wollte Früh nicht sagen. Es bestünden mit allen Distributoren und mit verschiedenen Subdistributoren in Deutschland grössere Handelsbeziehungen. Der PM werde von Fall zu Fall entscheiden, bei welchem Disti welche Produkte eingekauft werden sollen. Es sei zudem in Deutschland viel üblicher als in der Schweiz, beim Mitbewerber einzukaufen.
In der Schweiz alles OK?
Betreffend Schweiz verspricht Früh, dass die Situation von COS in Deutschland keinen Einfluss auf die hiesige Niederlassung hat. Die Schweiz arbeite "völlig unabhängig" von der Distribution in Deutschland. Dieser Meinung ist auch der Geschäftsführer von COS Distribution in der Schweiz, Christian Köck. Die Vorgänge in Deutschland beträfen die Schweiz nicht.
Was die Verträge mit den Herstellern in der Schweiz angehe, habe man bei Acer ja bereits per 1. Januar 2006 auf Subdistribution umgestellt, weil man kein so grosses Lager führen wollte. Mit Microsoft bestehe seit zirka zwei Jahren kein offizieller Vertrag mehr. Trotzdem würden die Geschäfte gut laufen, meint Köck.
Avitos-Chef geht
Weiter enthüllte heute 'ComputerPartner', dass der Geschäftsführer des Internet-Retailers Avitos, Bassam Doukmak (Bild), den Hut nehmen musste und so das Schicksal mit Becker teilt. Diesen Abgang bestätigte nun Kurt Früh gegenüber inside-channels.ch. Allerdings anfänglich ziemlich verklausuliert: "Herr Doukmak hat aus privaten Gründen seit letztem Herbst eine Veränderung gesucht. Diese Veränderung haben wir gemeinsam abgestimmt und zeitlich koordiniert." Dann doch konkreter: Doukmak sei nicht entlassen worden, sondern werde das Unternehmen verlassen, stellte Früh klar. (Maurizio Minetti)

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