Kommt der Markt für Gemeinde-Informatik in Bewegung?

22. August 2016, 15:57
  • e-government
  • gemeinde
  • software
  • nest
image

aXc behauptet: 6000 statt 9000 Franken pro Jahr und Arbeitsplatz.

Der Glarner Gemeindedienstleister aXc sagt, er könne Gemeinden die komplette Informatik für 6000 statt 9000 Franken pro Jahr und Arbeitsplatz anbieten.
Cloud-Computing verändert die Art und Weise, wie Firmen Informatik beziehen fundamental. Wird der Trend nun auch den attraktiven Markt der Gemeindeinformatik auf den Kopf stellen? Christoph Marti, Chef und Mitbesitzer des Glarner IT-Dienstleisters aXc glaubt daran. aXc ist die Marke der Axcelerate-Solutions AG. Er sagt, er könne Gemeinden die gesamte Informatik und Telekommunikation abnehmen und für 6000 Franken pro Jahr und Arbeitsplatz liefern. Das Angebot umfasse alle Services wie Fachsupport, Security oder Hardwaremiete (PC, Drucker), Bürosoftware und die ganze nötige Gemeindesoftware (Buchhaltung, Steuern, Einwohnerkontrolle, Sitzungsprotokolle und ähnliches).
aXc und Marti sind keine Unbekannten. Seine Firma betreibt unter anderem die Informatik für die drei Gemeinden des Kantons Glarus und Marti ist bis Ende dieses Jahres sowohl Geschäftsführer der IT-Organisation der Gemeinden (GL3) Es wäre keine Katastrophe, wenn aXc den Glarner Auftrag verlieren würde, sagte der Tesla-Fahrer bei einem Redaktionsbesuch letzte Woche. Denn ein allfälliger Wegfall des Mandats würde durch Neukunden kompensiert.
Hochautomatisierte Prozesse, eigenes GEVER
Gemäss Marti gibt eine Gemeinde heute im Schnitt rund 9000 Franken pro IT-Arbeitsplatz und Jahr aus. Untersuchungen würden zeigen, dass aXc den Dienst für rund 6000 Franken erbringen kann, sagt Marti. Grund: Die Services wie Fachsupport, Datenmigrationen und Support sind hoch standardisiert. Zudem wird die Software wird in automatisierten und virtualisierten Rechenzentren betrieben.
aXc arbeitet heute unter anderem mit Gemeindesoftware von NEST. Er könne aber auch jede andere Gemeindelösung (Ruf, Dialog) liefern, so Marti. Ausserdem hat seine Firma eine eigene, auf Microsoft Share Point basierende Lösung für die Geschäftsverwaltung (aXc-GEVER) entwickelt.
Bekannte Figur der Szene an Bord geholt
Mit Markus Fischer hat Marti nun eine bekannte Figur an Bord geholt. Fischer ist seit vielen Jahren im Business mit Behörden unterwegs. So war er lange Geschäftsführer der Zeit AG, danach bei Soreco Publica und zuletzt verantwortlich für das Schweiz-Geschäfts bei Axon Ivy. Ausserdem ist Fischer seit vielen Jahren im Standardisierungsgremium eCH aktiv.
Fischer soll nun als Leiter Business-Consulting aXc-Cloud das Gemeindebusiness des Glarner IT-Dienstleisters vorantreiben.
Wiedergeburt des "IT-Sorglospakets" von Abraxas
Aus dem Nichts heraus muss Fischer nicht starten. Denn aXc hat einige Gemeinden als Kunden. Dazu gehören Gerlafingen, Aarburg, Wangen-Brüttisellen und einge Werke. Gerlafingen? Genau: Gerlafingen wurde wurde 2012 von Abraxas als Vorzeigekunde genannt. Abraxas wollte damals mit einem Lösungspaket namens AX2 in den Gemeindemarkt vorstossen und versprach ein "IT-Sorglospaket für Gemeinden". still und leise aus dem Business aus. Viel geändert hat das nicht, denn AX2 war keine Eigenentwicklung, sondern kam aus dem Kanton Glarus. Von aXc. (hc)

Loading

Mehr zum Thema

image

Für Gemeinden ist IT-Sicherheit ohne Dienstleister nicht zu haben

Gemeinden sind keine Unternehmen, aber müssen – und wollen – ihre IT ebenso modernisieren, sagt Marco Petoia vom Gemeinde-RZ-Betreiber RIZ in Wetzikon. Fällanden und Bauma erklären uns, warum.

publiziert am 7.12.2022
image

Beschluss für europaweit einheitliche E-ID gefasst

Die eIDAS-Verordnung der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, eine einheitliche digitale Identität anzubieten. Europa scheint nicht aus den Fehlern der Schweiz gelernt zu haben.

publiziert am 7.12.2022 1
image

Bundesratswahl: Gülle statt Gever

Das Parlament hat heute eine neue Bundesrätin und einen neuen Bundesrat gewählt. Dabei liess die Bundesversammlung aber Weitsicht vermissen. Ein Kommentar von Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 7.12.2022 1
image

Vernichtete Akten erschweren Aufarbeitung des Zürcher Datenskandals

Hardware aus der Justizdirektion wurde unsachgemäss entsorgt. 2019 vernichtete Akten machen es aber faktisch unmöglich, die Vorkommnisse genau nachzuzeichnen.

publiziert am 6.12.2022 1