Kompetenzzentrum für Justizvollzug will ICT voll auslagern

21. Februar 2020, 12:43
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Die Stiftung von Bund und Kantonen will mit einem Managed-Services-Ansatz bis zu 20 Prozent Kosten einsparen. Sie sucht nun einen Anbieter.

Das Schweizerische Kompetenzzentrum für den Justizvollzug (SKJV) unterstützt die Kantone bei der strategischen Planung und Entwicklung des Justizvollzugs. Die durch Bund und Kantone finanzierte Stiftung mit Sitz in Fribourg sucht nun eine Lieferantin, die für sie die komplette ICT-Grundversorgung übernimmt.
Das SKJV setzt dabei auf einen Full-Outsourcing-Ansatz. So wird alles für den Bezug als Managed Services ausgeschrieben. Die heutige physische Serverlandschaft sowie die Office-Produkte sollen in Azure und Office 365 überführt werden, das eigene RZ könne dann zurückgebaut werden, lässt sich den Unterlagen des offenen Verfahrens entnehmen. Die interne ICT des SKJV, die momentan die Client-Server-Landschaft samt Netzwerk verantwortet, soll sich künftig nur noch um das Management der Fachapplikationen kümmern. Für die fernere Zukunft hat man sich aber auch für die Applikationen das Ziel gesetzt, dass sie im SaaS-Modell bezogen werden können.
Der aktuelle Auftrag umfasst ein Netzwerk bestehend aus WLAN, LAN und Internet an vier Standorten, Workplace für 60 interne Mitarbeiter, eine Office-365- und Azure-Umgebung für 2300 User sowie Microsoft Teams Telefonie. Der Anbieter muss sowohl die Migration als auch Betrieb und Support sicherstellen. Die Rahmenvereinbarung beginnt Mitte 2020 und läuft über sechs Jahre mit Option auf Verlängerung.

Die Stiftung ist stark gewachsen und hat nur zwei ICT-Verantwortliche

Als Grund für das Full Outsourcing nennt das SKJV grössere organisatorische Veränderungen. In den letzten Jahren habe sich die Stiftung von einer reinen Bildungs-Organisation zu einem umfassenden Kompetenzzentrum für den Justizvollzug mit weiteren Dienstleistungen gewandelt. Dies habe auch zu starkem personellem Wachstum geführt. Mittlerweile zählt man rund 100 Mitarbeiter.
Durch den Wandel werde die ICT immer wichtiger. Der Eigenbetrieb berge dabei neben einigen Vorteilen auch Schwachstellen: Mit den zwei ICT-Verantwortlichen, die sich 120 Stellenprozent teilen, sei man mit externer Unterstützung selbst für Management und Überwachung zuständig und trage des Ausfallsrisiko. Zudem sei der Selbstbetrieb vergleichsweise teuer, heisst es seitens des SKJV.
Dem soll der neue Ansatz Abhilfe verschaffen. Er beruht auf einer im Frühling verabschiedeten ICT-Strategie des Stiftungsrates. Zum einen erhofft man sich beim SKJV Einsparungen von rund 20 Prozent bei der Grundversorgung, wie aus den Ausschreibungsunterlagen hervorgeht. Zum erhofft man sich auf Grundlage eines SLA hohe Qualität und Verfügbarkeit.

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