Konsolidierung: ADV und Informing fusionieren

21. Juli 2006, 10:22
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Max Frei von ADV Informatik übernimmt Mehrheit. Neue Firma wird Informing heissen.

Max Frei von ADV Informatik übernimmt Mehrheit. Neue Firma wird Informing heissen.
In der Schweizer ERP-Szene vollzieht sich heute ein weiterer Konsolidierungsschritt: Die bisherigen Partner ADV Informatik und der Stanser ERP-Hersteller Informing (IN:ERP) gehen zusammen. Ein Kaufpreis wird nicht genannt, doch scheint der Deal mehr oder weniger bargeldlos über die Bühne gegangen sein. Gemäss Mitteilung wird ADV-Besitzer Max Frei zum Mehrheitsinhaber. Wer die anderen Aktionäre sind oder sein werden, mag der designierte Chef der "neuen Informing", Urs Bachmann (Foto), nicht sagen. Er spricht aber von einem branchennahen "stillen Investor", der die weitere Expansion der Firma unterstützen werde.
Kunden von ADV, Software von Informing
Die industrielle Logik der Fusion von Informing und ADV liegt auf der Hand. ADV besitzt mit dem älteren Produkt uniSOFT eine Kundenbasis, der man mit Informing nun auch einen Weg in die Zukunft aufzeigen kann. In der Pressemitteilung zur Fusion ist zwar von einer "Zwei-Produkte-Strategie" und der Weiterentwicklung von uniSOFT die Rede. Langfristig allerdings ist nicht anzunehmen, dass eine relativ kleine Firma wie Informing mit nach eigenen Angaben nun 70 Mitarbeitern, zwei komplette ERP-Systeme unterhalten wird. IN:ERP wurde bis 2001 völlig neu entwickelt und ist technologisch modern, deckt aber noch kein sehr breites Spektrum an Funktionalitäten ab.
Für die "alte" Informing seinerseits, könnte das Zusammengehen mit ADV den Ausweg aus einer Sackgasse aufzeigen. Denn die Stanser waren wohl zu klein und das vorhandene Risikokapital zu gering, um IN:ERP schnell genug weiter zu entwickeln und eine genügend grosse Kundenbasis aufzubauen. Eine direkte Antwort, ob Informing auch im Alleingang hätte überleben können, mag Bachmann nicht geben: "Wir haben mit 40 Mitarbeitern viel geleistet. Aber die installierte Basis hat gefehlt und wir hätten alleine unser Potential nicht ausschöpfen können. Deshalb haben wir den Zusammenschluss mit ADV schon länger geplant."
"Positive Reaktionen vom Markt"
Bachmann spricht von durchwegs positiven Reaktionen auf die Fusion seitens Kunden und Partnern. Auch Philipp Brühwiler vom Informing-Partner Ataris sieht die Fusion als Chance. "Als Partner sehe ich den Schritt sehr positiv. Informing wird nun mehr Entwicklungskapazitäten haben und die Anforderungen der Kunden nach Erweiterungen der Funktionalität der Software schneller erfüllen können."
Gemäss Bachmann will die "neue Informing" nun rasch zusätzliche Partner gewinnen und so Lizenzeinnahmen und installierte Basis steigern. Auch will man im benachbarten Ausland, wo ADV mit einer Niederlassung in Österreich bereits vertreten ist, weiter expandieren. Die "Wachstumsfinanzierung" sei mit der Fusion und dem Einstieg des unbekannten "stillen Investors" gesichert, heisst es in der Mitteilung.
Max Frei war bis heute Mittag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Wir werden diesen Artikel, wenn nötig, ergänzen. (Christoph Hugenschmidt)

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