"Konvergenz" bricht Wertschöpfungsketten auf

21. Juli 2006, 10:49
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Interessante Studie schaut über den Tellerrand

Interessante Studie schaut über den Tellerrand
Die Zürcher Beratungsfirma Intercai hat eine kleine, gut lesbare Studie zu den Folgen der "Konvergenz" in der Telekommunikation für Anbieter veröffentlicht. Mit "Konvergenz" ist in diesem Fall das Verschmelzen der verschiedenen Transportwege von Informationen (Telefonie, Internet, TV-Bilder, Messaging) zu einem einzigen grossen "Netz der Netze" und das Zusammenwachsen von Telekommunikation und Informationstechnologie gemeint.
Neben einigen, gut erklärten Zahlen zum Telekommunikationsmarkt Schweiz (wussten Sie, dass 2004 von 20 Milliarden in der Schweiz vertelefonierten Minuten bereits 220 Millionen über IP-Netze liefen?), beschäftigen sich die Autoren unter anderem mit der Frage, wie die Wertschöpfungsketten der Kommunikationsanbieter in einer "konvergenten" Welt aussehen werden und welche Folgerungen sich daraus für Anbieter ergeben.
Die Autoren erwarten, dass das Verschmelzen der Transportwege und das Zusammenwachsen von Telekommunikation und IT zu einer klaren Trennung zwischen Inhalten und Transportwegen führen wird. Es wird also Firmen geben, die beispielsweise On-Demand-Videos für jeden Haushalt anbieten und selbst aber über keinen einzigen Meter Netzwerk verfügen.
Andere Anbieter werden gemäss Intercai versuchen, die gesamte Wertschöpfungskette ("Sende-Ausrüstung", Netzwerk, letzte Meile, Inhalt (z.B. TV-Programm), Endgerät) in ihrem Portfolio zu integrieren (vertikale Integration). Die heutigen Telcos versuchen aber, sich auf der ganzen Wertschöpfungskette sowohl vertikal (Inhalt + Netz) wie auch horizontal (alle Netzarten wie Glasfaser, WiMax, UMTS) breit zu machen. Intercai hält diese Strategie für riskant, da ein sowohl vertikal wie horizontal integrierter Konzern zu einem riesigen Gebilde wird, der trotzdem zuwenig spezialisiert ist, um seine Business-Modelle rasch anzupassen.
Netzwerke als Geschäft an sich
Da in Zukunft "jedermann" wird Inhalte (z.B. Webradios) anbieten können, müssen die Telcos umdenken. Sind ihre Netzwerke heute noch Kostenzenter, so sollten sie in Zukunft als Profitzenter angesehen werden. Ein Netzwerkbetreiber wird dann versuchen, möglichst viele "Virtual Operaters" (z.B. Telefonieanbieter ohne eigene Netzwerke) anzuziehen. Der Vorteil von zusätzlichen Kunden für das Netzwerk werde den Nachteil der Konkurrenz durch die "Virtual Operators" überwiegen, schreiben die Autoren der Studie. (Christoph Hugenschmidt)
Intercai hat eine --
http://www.intercai.ch/pdf/Konvergenz06_Abstract.pdf--Kurfassung der Studie ins Netz gestellt--.

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