Konzept Online-Mietsoftware setzt sich durch, aber...

7. Mai 2010, 14:07
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Der Markt für Online-Mietsoftware (SaaS, Software-as-a-Service) wird in den nächsten zwei Jahren ein schönes Wachstum zeigen. Doch Gartner warnt: viele Firmen haben keine Richtlinien für den Umgang mit SaaS-Lösungen.

Der Markt für Online-Mietsoftware (SaaS, Software-as-a-Service) wird in den nächsten zwei Jahren ein schönes Wachstum zeigen. Doch Gartner warnt: viele Firmen haben keine Richtlinien für den Umgang mit SaaS-Lösungen.
Der US-Marktforscher Gartner hat zwischen Dezember 2009 und Januar 2010 270 IT-Manager in den USA, Asien und Europa zum Umgang ihrer Firma mit Online-Mietsoftware (z.B. Salesforce, Abacus vi, Google Docs) befragt. Das Resultat der Umfrage ist eindeutig: Über 95 Prozent der befragten Unternehmen wollen künftig mehr oder gleich viel SaaS-Lösungen als bisher einsetzen.
Dies obwohl SaaS-Lösungen oft nicht einfach in lokale IT-Systeme integrierbar sind und zudem stabile und breitbandige Internet-Verbindungen voraussetzen. Ausserdem sind SaaS-Lösungen, die in einem Mietmodell bezahlt werden (zum Beispiel Preis pro User, Funktionsumfang und Jahr), keineswegs "billig", wenn man die Kosten, die über Jahre hinweg anfallen, addiert. Immerhin 16 Prozent der Befragten sagten, dass sie Online-Mietsoftware wieder durch lokal installierter Software ersetzen werden. Grund sind grössere Anforderungen an die Integration in andere Systeme und zu hohe Totalkosten.
Doch die Antworten auf die Gartnersche Umfrage zeigen deutlich, dass SaaS nun kein neues Modell für die Benützung von Sofware mehr ist. Mehr als die Hälfte der Firmen, die SaaS-Lösungen einsetzen, tut dies schon seit über drei Jahren, so Gartner-Experte Sharon Mertz. Am häufigsten wird das Konzept SaaS für E-Mail-, Buchhaltungs-, CRM- und Kundendienst-Lösungen sowie Systeme für Spesenabrechnungen eingesetzt.
Firmen gehen eher planlos vor
Der Gebrauch von SaaS-Lösungen wird sich also weiter verbreiten. Doch dies ist nicht nur unproblematisch, wie Gartner meint. Denn nur 39 Prozent der Befragten haben klare Regeln für die Evaluation und den Gebrauch von SaaS-Lösungen. Das ist schlecht, denn wer Software mieten, online beziehen und die anfallenden Daten beim Anbieter vorhalten möchte, sollte sehr klare Vorstellungen darüber haben, wie weit die Online-Lösungen in andere Systeme integriert sein müssen und wie die Kosten über die Jahre hinweg gerechnet sind.
Dass man diese Fragen nicht konsequent beantwortet hat Folgen. Über ein Drittel der Grossfirmen, die SaaS-Lösungen einsetzen, verhandeln die Verträge in Bezug auf Funktionalität, Anzahl User und Preise vor Ablauf der üblichen Frist neu. (Christoph Hugenschmidt)

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