Konzerne fordern von G7 Schaffung eines Tech-Gremiums

23. März 2021, 13:39
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IBM, Dell, NTT und Co. fürchten sich vor fragmentierter Regulierung und Nachteilen für die Innovation.

Die G7-Staaten sollen ein Gremium schaffen, um digitale Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Dies fordert eine Gruppe von Konzernen, darunter Dell, IBM, NTT, Qualcomm, Schneider Electric, Siemens und Zoom. Die 24 Grossunternehmen wollen, dass die G7-Staaten mit einem "Data and Technology Forum" drängende Probleme von Künstlicher Intelligenz bis Cyber-Security gemeinsam angehen.
Das Forum soll keine supranationale Regulierungsbehörde sein, sondern als Koordinationskanal für die Länder dienen, schreibt die Konzern-Gruppe in einer Mitteilung. Als Vorbild für das neue Gremium solle das Financial Stability Board (FSB) dienen, das nach der Finanzkrise von 2008 geschaffen wurde. Es überwacht die Finanzmärkt und sucht nach systematischen Risiken. Dies soll die neue Körperschaft für den Tech-Bereich übernehmen.
Der Vorschlag kommt auf den Tisch, während die Länder in der Technologiepolitik auseinanderstreben und zugleich die Besorgnis in Sachen Cyberraum wächst. Ein grosser Streitpunkt innerhalb der G7 sind etwa die Regulierungsvorstösse von Tech-Giganten seitens der EU. Diese würden vor allem die grossen US-Konzerne treffen. Währenddessen spitzen sich die Handels- und Tech-Streitigkeiten zwischen den USA und China weiter zu.
Die Reaktionen ähnelten derzeit nationalen Alleingängen, schreiben die Konzerne in der Mitteilung und ergänzen: "Das daraus resultierende Potenzial für eine fragmentierte Regulierung wird nicht nur Innovationen abwürgen, sondern stellt auch eine Bedrohung für digital getriebene Volkswirtschaften dar." Als erste Schwerpunkte schlagen sie Künstliche Intelligenz, den Datenfluss über Ländergrenzen und Cybersecurity vor.
Die G7 bestehen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Grossbritannien und den USA. Sie repräsentieren rund 10% der Weltbevölkerung und einen Anteil von 45% an der globalen Wirtschaftsleistung. Die grossen Abwesenden sind die BRICS-Staaten, zu denen etwa Russland und China zählen.

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