Korruption: Ericsson zahlt Milliarden­strafe in den USA

9. Dezember 2019, 15:44
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Im Fall des Vorwurfs von Schmiergeldzahlungen hat sich der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt.

Im Fall des Vorwurfs von Schmiergeldzahlungen hat sich der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich geeinigt. Laut dem Ministerium wird der Konzern mehr als eine Milliarde Dollar zahlen. Der Vergleich sieht vor, dass Ericsson 520 Millionen Dollar an das Justizministerium und 540 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC zahlen wird.
Ericsson schreibt in einem Statement, dass die Busse durch eine im dritten Quartal 2019 getroffene Rückstellung über 1,2 Milliarden Dollar abgedeckt sei.
Laut dem Justizministerium waren am "korrupten Verhalten" von Ericsson "ranghohe Führungskräfte in mindestens fünf Ländern über einen Zeitraum von mehr als 17 Jahren" beteiligt. Der Vergleich bezieht sich auf illegale Aktivitäten in China, Vietnam, Indonesien, Kuwait und dem ostafrikanischen Dschibuti. Konkret bekannte sich die ägyptische Filiale von Ericsson vor einem Bundesgericht in New York wegen Verstössen gegen die Anti-Korruptionsbestimmungen des "Foreign Corrupt Practices Acts" für schuldig. Das Unternehmen hat laut Mitteilung gestanden, in den Jahren 2000 bis 2016 ein System entwickelt zu haben, das Schmiergeldzahlungen ermöglichte, die nicht in den Büchern auftauchten.
In den USA können ausländische Unternehmen wegen Korruption belangt werden, wenn ihre Aktien an US-Börsen gehandelt werden oder die Straftaten das Territorium oder das Finanzsystem der USA betreffen. (kjo)

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