Korruptionsaffäre im deutschen Elektronik-Fachhandel

24. August 2006, 14:05
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Philips-Verkäufer haben Einkäufer der Media-Saturn-Holding sowie anderer Fachhändler bestochen.

Philips-Verkäufer haben Einkäufer der Media-Saturn-Holding sowie anderer Fachhändler bestochen.
Eine Korruptionsaffäre im deutschen Elektronikfachhandel, von der gestern zuerst die 'Financial Times Deutschland' exklusiv berichtete, wurde inzwischen von Philips und der Media-Saturn-Holding bestätigt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gemäss 'FTD' gegen rund 100 Verdächtige. Im Rahmen der Ermittlungen wurden Anfangs Juni mehr als hundert Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Wie das Finanzblatt berichtete, haben Vertriebsmitarbeiter von Philips Einkäufern der Media-Saturn Holding und anderer Elektronikhändler spezielle private Prämien offeriert, darunter teure Uhren und Anzüge, Hotelaufenthalte, Gartenmöbel und anderes, wenn sie ein bestimmtes Auftragsvolumen erreichten. Besonders brisant: Die Bestechungsaktion soll zwischen 2000 und 2002 von einem Ex-Geschäftsleitungsmitglied von Philips Deutschland höchstpersönlich angeordnet worden sein.
Wie ein Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft erklärte, stehen acht Leute aus der Vertriebsleitung sowie 15 Aussendienstmitarbeiter unter Verdacht. Gemäss Philips sind die Verantwortlichen sind nicht mehr beim Unternehmen beschäftigt.
Insbesondere die Media-Saturn Holding, zu der die Handelsketten Media Markt und Saturn gehören, nahm in einer Stellungnahme gegenüber 'FTD' kein Blatt vor den Mund: "Eine solche Praxis der Verkaufsförderung hatten wir unseren Lieferanten bereits zuvor mehrfach untersagt." (hjm)

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