Kostenexplosion beim SBB-eigenen Mobilfunk-Netz

18. Dezember 2006, 10:56
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Unter dem Begriff "GSM-R" baut die SBB ein eigenes GSM-Mobilfunknetz auf.

Unter dem Begriff "GSM-R" baut die SBB ein eigenes GSM-Mobilfunknetz auf. Das Netz ist nicht für externe Kunden gedacht: Es soll die Datenübertragung für das Zugsicherungssystem ETCS ermöglichen, die Effizienz in den betrieblichen Abläufen verbessern und die Informationsqualität im Zug erhöhen (damit Kondukteure bei Verspätungen auch mal wissen, was los ist.)
Der Netzbau kostet die Bundesbahn nun aber deutlich mehr als ursprünglich geplant: Der dafür 2003 gesprochene Kredit von 357 Millionen Franken wird um 74 Millionen Franken auf 431 Millionen Franken erhöht.
Hauptgrund für den Zusatzkredit, so teilt die SBB heute mit, seien Verzögerungen bei der Umsetzung sowie Mehrkosten beim Bau der Antennenanlagen.
Insgesamt ist die Kostenüberschreitung noch einiges höher, als die 74 Millionen andeuten. Trotz des Zusatzkredites hat die SBB gleichzeitig ihren ursprünglichen Plan zurückgestutzt. Statt wie vorgesehen das gesamte Schienennetz von 3100 Kilometern auszurüsten, soll es nun nur auf den Hauptlinien, auf einer Streckenlänge von etwa 2360 Kilometern, GSM-R-Abdeckung geben. Die übrigen Strecken sollen über Roaming über die bestehenden öffentlichen Mobilfunknetze bedient werden.
Das GSM-R-Netz der SBB soll bis 2011 fertig werden. Gegenwärtig sind rund 600 Kilometer im Bau oder Bereits im Betrieb. Per Ende 2006 werden gemäss SBB rund 5000 Personen, Hauptsächlich Lokomotiv- und Zugpersonal, mit dem GSM-R-Mobiltelefon und rund 600 Lokomotiven mit GSM-R Endgeräten ausgestattet sein. (hjm)

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