Kostensenkungen sind nur der halbe Outsourcing-Deal

21. Februar 2008, 14:32
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Eine Studie belegt, dass trotz realisierter Einsparungen von bis zu 25 Prozent der Outsourcing-Alltag reichlich Probleme und einige Fallstricke birgt.

Eine Studie belegt, dass trotz realisierter Einsparungen von bis zu 25 Prozent der Outsourcing-Alltag reichlich Probleme und einige Fallstricke birgt.
Dass Outsourcing ein probates Mittel sein kann, um IT-Kosten zu senken, ist unbestritten und wird auch durch eine von Deloitte Consulting durchgeführte Studie belegt. Trotz der erreichten Einsparungen von bis zu 25 Prozent gibt es aber bei vielen Projekten eine "tiefe Unzufriedenheit mit den Outsourcing-Erfahrungen" wie Deloitte es formuliert. So berichtet nahezu ein Drittel der in der Untersuchung befragten 300 CEOs, CIOs und CTOs, aber auch Topmanager von Service Providern, von gravierenden Problemen bei der Umsetzung. Dies ging so weit, dass im laufenden Prozess Provider gewechselt oder Leistungen zurück in die Unternehmen verlegt wurden. Wohl gemerkt, die Grössenordnung der betroffenen Projekte lag zwischen 50 Millionen und einer Milliarde US-Dollar.
Als Ursache für die meisten Schwierigkeiten sieht man bei Deloitte die Tatsache, dass Outsourcing, anders als von den Finanzabteilungen oft angenommen, ein dynamischer und kein statischer Prozess sei. Die IT-Verantwortlichen der Unternehmen würden erwarten, dass während der Vertragslaufzeit eine kontinuierliche Innovation stattfinde, um nicht technologisch hinter die Konkurrenz zurückzufallen. Dies würde in der Regel auch im Vorfeld diskutiert, wegen des Kostendrucks beim Kunden und dem Wunsch nach einem Abschluss beim Anbieter allerdings oftmals nicht im Vertrag festgehalten und auch später nicht hinzugefügt. So entstünde bei vielen Kunden das Gefühl, der Outsourcing-Partner würde sich mit den einmal erreichten Optimierungen zufrieden geben. Eine Wahrnehmung, die mit fortschreitender Dauer des Abkommens zu immer mehr Unwillen führe.
Umgehen liessen sich solche Probleme, wenn Unternehmen sich bei der Wahl ihrer Outsourcing-Provider zum einen auf kürze Vertragslaufzeiten, andererseits auf mehrere, dafür spezialisierte Partner einlassen würden. Falls es nicht so läuft wie erhofft, könnte man einfacher nach Alternativen suchen und würde gleichzeitig von der höheren Kompetenz in einzelnen Segmenten wie zum Beispiel Desktops, Server oder Netzwerktechnik profitieren. Gleichzeitig sollte jedem, der längerfristig outsourcen will, aber auch bewusst sein, dass eine dynamische Anpassung an Innovationen und Trends nicht mit einmal festgeschriebenen Budgets erreicht werden kann. Es ist nach Meinung von Deloitte notwendig, von Zeit zu Zeit zusätzliches Kapital zu investieren, um diese Zusammenarbeit für beide Partner profitabel zu halten. (Thomas Mironiuk)

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