"Krankenchip" kommt 2008

22. Juni 2005, 07:59
  • e-government
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Der Bundesrat hat für 2008 die Einführung einer Krankenversicherungskarte mit Speicherchip beschlossen.

Der Bundesrat hat für 2008 die Einführung einer Krankenversicherungskarte mit Speicherchip beschlossen.
Wie der Bundesrat heute beschlossen hat, sollen ab 2008 alle Schweizer von ihren Krankenversicherungen eine elektronische Versichertenkarte erhalten, welche als Basis für den elektronischen Zahlungsverkehr zwischen Versicherern und Leistungserbringern wie Ärzten, Spitälern oder Apotheken dienen soll.
Die Versicherten werden die maschinenlesbare Karte dann bei jedem Art-, Spital- oder Apothekenbesuch vorweisen müssen. Die Karte wird mit einem Speicherchip ausgerüstet sein, auf dem administrative Versichertendaten wie der Name des Versicherten, die Sozialversicherungsnummer oder der Name des Versicherers gespeichert sind. Diese Daten, die zusätzlich auch in einer Datenbank zentral gespeichert sind, können automatisch für die elektronische Rechnungsstellung verwendet werden.
Die genauen Ausführungsbestimmungen für die Versichertenkarte sollten bis Ende nächsten Jahres in Kraft gesetzt werden.
Medizinische Daten online
In einer zentralen Datenbank sollen auch gewisse medizinische Daten (z.Bsp. Blutgruppe, Allergien, Medikamentenunverträglichkeit, aktuelle Krankheiten, Medikation und Unfallfolgen) was allerdings auf freiwilliger Basis geschehen soll. Der Bundesrat betont auch, dass Versicherer aus Datenschutzgründen auf jeden Fall keinen Zugriff erhalten sollen.
Die Daten sollen von einem dazu berechtigten Leistungserbringer verwaltet werden. Einblick gewähren kann der Patient auch anderen medizinischen Leistungserbringern, in der Regel also einem Arzt. Sein Einverständnis soll der Patient dabei durch die Eingabe seines PIN-Codes geben. (hjm)

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