Krise? Kunden zögern SAP-Releasewechsel heraus

16. Februar 2009, 17:20
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Gemäss der aktuellen "Investitionsumfrage" der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe ist die Zahl der ERP 6.0-Anwender im letzten Jahr weiter gestiegen. Die Zunahme war aber viel weniger stark, als man noch vor 12 Monaten annehmen musste.

Gemäss der aktuellen "Investitionsumfrage" der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe ist die Zahl der ERP 6.0-Anwender im letzten Jahr weiter gestiegen. Die Zunahme war aber viel weniger stark, als man noch vor 12 Monaten annehmen musste.
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) führt jährlich unter ihren Mitgliedern eine "Investitionsumfrage" durch, bei der auch nach dem aktuellen Releasestand ihrer grundlegenden SAP-Suite gefragt wird. Nach der aktuellen Umfrage, an der sich 313 Unternehmen beteiligten, setzen gegenwärtig 47 Prozent, knapp die Hälfte der DSAG-Mitglieder, die aktuelle Version SAP ERP 6.0 als Unternehmenssoftware ein. Vor einem Jahr waren es noch 37 Prozent, ein Jahr davor aber erst 15 Prozent.
Die ERP-6.0-Adaptionsrate unter DSAG-Mitgliedern in Deutschland, Österreich und der Schweiz dürfte gemäss DSAG-Chef Karl Liebstückel sogar höher sein als bei Nichtmitgliedern. Trotzdem hat sie sich also verlangsamt, während man vor einem Jahr noch viel eher von einer weiteren Temposteigerung ausgegangen war. In der damaligen Umfrage erklärten noch über 40 Prozent, das sie im Laufe des Jahres auf ERP 6.0 wechseln würden. Tatsächlich hinzugekommen sind nun aber nur 10 Prozent. Zudem erklären nun nur noch 14 Prozent, dass sie den Wechsel für dieses Jahr planen. Davon will übrigens etwas mehr als die Hälfte die neuen "Enhancement Packages" einspielen, was die DSAG als Erfolg für die neue Upgrade-Strategie der Walldorfer wertet.
Auf die Diskrepanz zwischen den Umfrageergebnissen in diesem und dem letzten Jahr angesprochen erklärte DSAG-Sprecherin Angelika Jung, dass die Frage nach den möglichen Gründen schwierig zu beantworten sei. Einerseits werde immer nur nach der Planung gefragt, während sich die konkreten Upgrade-Projekte verzögern oder länger als ein Jahr dauern könnten. Offensichtlich seien aber auch viele Upgrades tatsächlich verschoben worden. Die Wirtschaftskrise beziehungsweise sinkende IT-Budgets könnten dabei einer der Gründe dafür sein, dass Kunden vor dieser Investition zurückschrecken.
Gemäss der Umfrage sinken die IT-Investitionsbudgets unter den DSAG-Mitgliedern dieses Jahr tatsächlich, um durchschnittlich etwa sieben Prozent. Für Produkte im SAP-Umfeld (Software, Hardware, Dienstleistungen) wollen die Umfrageteilnehmer rund 30 Prozent des übrig gebliebenen Budgets ausgeben, etwa fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Neben Investitionen ins eigentliche SAP ERP sind dabei hauptsächlich Zusatzausgaben für Business-Intelligence-Lösungen, den SAP Solution Manager und das SAP NetWeaver Portal geplant. (Hans Jörg Maron)

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