Künftiger UBS-Chef Ralph Hamers ist ein "Digitalisierer"

20. Februar 2020, 15:35
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Sein Ruf als erfolgreicher Transformator dürfte ein Hauptgrund für seine Einstellung gewesen sein.

Der künftige UBS-Chefs Ralph Hamers wird in den ersten Kommentaren zu seiner Ernennung immer wieder als Digitalisierer bezeichnet. Der Niederländer hat die ING-Bankengruppe als CEO in den vergangenen sechs Jahren einer tiefgreifenden Transformation unterzogen.
Der 53-jährige Hamers hat seine bisherige Karriere ohne Bruch bei der ING durchlaufen: Er arbeitet bereits seit 29 Jahren bei der holländischen Gruppe, wo er zunächst verschiedene Positionen bekleidete, etwas als Länderchef in Rumänien oder Belgien. Im Jahr 2013 wurde er zum Bankchef der ING ernannt.
Die ING-Gruppe hat eine der UBS nicht unähnliche Vergangenheit: Wie das grösste Schweizer Bankhaus hatte auch die niederländische ING in der Finanzkrise von 2008 massive Kapitalisierungsprobleme und musste vom Staat gerettet werden. Unter der Führung von Hamers hatte die Bankengruppe die Staatshilfen 2014 vollständig zurückgezahlt.

Ausrichtung auf Digitale Transformation

Eindruck hinterlassen hat Hamers bei den Branchenbeobachtern indes vor allem durch seine konsequente Ausrichtung der Finanzgruppe auf die digitale Transformation. Heute sei die ING eine der "besten Beispiele für die digitale Innovation" im Bankensektor, kommentierte etwa Vontobel-Analyst Andreas Venditti den neuen CEO. Der Ausweis als Digitalisierer dürfte auch für UBS-Präsident Axel Weber ein wichtiger Grund für die Ernennung Hamers zum UBS-CEO gewesen sein. Weber betonte nach der Bekanntgabe der Wahl die Expertise von Hamers beim Wandel durch die Digitalisierung.
Bei seinen öffentlichen Auftritten wies Hamers immer wieder auf die Notwendigkeit für die Bankbranche hin, sich den neuen digitalen Gegebenheiten anzupassen.
So betonte er vor zwei Jahren in einem Gespräch mit der Online-Publikation "Finews" die Notwendigkeit, sich auch an Tech-Giganten wie Facebook, Apple oder Amazon zu orientieren. In einem Artikel im Branchenmagazin 'Euromoney' von 2019 schrieb er, eine Bank müsse ähnlich wie Amazon auch Produkte von Dritten anbieten und nicht bei reinen Finanzgeschäften aufhören.
Etwas Schatten auf die Reputation von Hamers wirft allerdings eine Affäre, die nichts mit Digitalisierung zu tun hat. Unter seiner Führung kam es bei ING zu einem Skandal, bei dem es um das Waschen von "dreckigem" Geld aus Russland durch ING-Kunden ging. 2018 erklärte sich ING bereit, eine Zahlung von 900 Millionen Dollar zu leisten, um eine Untersuchung in Holland beizulegen. Der Finanzchef der Bank musste abtreten.
Laut Axel Weber hat die UBS sich die Geschichte aber genau angesehen. Die Finma habe zudem nach einer Befragung von Hamers grünes Licht für seine Anstellung gegeben.

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