Kunden verlassen Cablecom in Scharen

5. August 2009, 14:26
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Minus 6000 Kunden innerhalb von drei Monaten - der Kabelnetzbetreiber verlor 300 Internet-Kunden, 700 Telefonie-Kunden, 2500 Analog-TV-Kunden und nochmal 2500 Digital-TV-Kunden.

Minus 6000 Kunden innerhalb von drei Monaten - der Kabelnetzbetreiber verlor 300 Internet-Kunden, 700 Telefonie-Kunden, 2500 Analog-TV-Kunden und nochmal 2500 Digital-TV-Kunden.
Der grösste Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom verliert massiv Kunden. Wie den Quartalszahlen des Mutterunternehmens UPC Broadband zu entnehmen ist, hatte Cablecom per 30. Juni 2009 im Internet-Bereich 484'900 Kunden, also 300 weniger als Ende des ersten Quartals. Die Zahl der Telefonie-Kunden sank von 307'800 Ende Q1 auf nun 307'100 – Ende 2008 waren es noch 309'000.
Selbst Digital-TV-Kunden verlassen Cablecom
Den grössten Rückgang erlitt Cablecom im TV-Bereich: Hier sank die Kundenzahl von 1'557'200 Ende des ersten Quartals um satte 5000 Abos auf nun 1'552'200. Während der Rückgang bei den Analog-TV-Kunden (von 1'197'900 auf 1'195'400) zu verkraften wäre, ist es doch bemerkenswert, dass die Zahl der Digital-TV-Kunden von 359'300 Ende März auf 356'800 Ende Juni sank. Zum Vergleich: Konkurrent Swisscom konnte die Zahl der Bluewin-TV-Kunden von Ende 2008 bis Ende März 2009 von 118'000 auf 139'000 erhöhen. Nächste Woche werden die Q2-Zahlen von Swisscom veröffentlicht.
Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer sieht den erheblichen Rückgang bei den Kunden nicht als Trend, sondern als "punktuelle Entwicklung". Gemäss Nehmer befindet sich Cablecom in einer Übergangsphase: "Wir haben organisatorische Veränderungen gemacht und Massnahmen zur Optimierung des Services ergriffen", sagt er zu inside-it.ch. Cablecom werde im Herbst neue Dienste wie Video on Demand und ultraschnelles Internet anbieten.
Cash Flow trotzdem gesteigert
Angesichts des doch sehr massiven Rückgangs bei der Kundenzahl erstaunt es, dass Cablecom es geschafft hat, im zweiten Quartal per Ende Juni den operativen Cash Flow zu steigern – nämlich um 8,7 Prozent auf 101,8 Millionen Euro. Im ganzen ersten Halbjahr wuchs der Cash Flow verglichen mit dem ersten Semester des Vorjahres um 7,5 Prozent auf 201,9 Millionen Euro.
Der Umsatz betrug im zweiten Quartal 182,4 Millionen Euro, was verglichen mit dem Vorjahr einem Rückgang um 0,4 Prozent entspricht (währungsbereinigt). Im gesamten ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 0,6 Prozent auf 364,9 Millionen Euro. (Maurizio Minetti)

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