Kurzarbeit bei ARP in Rotkreuz

14. Mai 2009, 13:34
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Umsatz und Gewinn des Bechtle-Konzerns halbiert aber Cash-Flow erhöht.

Umsatz und Gewinn des Bechtle-Konzerns halbiert aber Cash-Flow erhöht.
"Die Wirtschaftskrise ist im ersten Quartal bei Bechtle angekommen," lautete das Fazit von Bechtle-Chef Thomas Olemotz heute Morgen an einer Telefonkonferenz.
Besonders schwer getroffen hat es den E-Tailer ARP in der Schweiz und Spanien. Am Schweizer Hauptsitz von ARP musste im April für einige Mitarbeitende Kurzarbeit angeordnet werden. Wie Bernhard Gysi, Geschäftsführer von ARP Schweiz, sagt, wurde Kurzarbeit (10 %) bis maximal August beantragt. Sie betrifft die zentralen Dienste (Produktmanagement, Einkauf, Logistik).
ARP leidet aber nicht nur unter der miesen Konjunkturlage, sondern hat gemäss unseren Informationen auch Marktanteile in der Schweiz verloren. Etwas kryptisch antwortete Olemotz auf unsere entsprechende Frage: "Ich kann das nicht bestätigten, will es aber auch nicht abstreiten."
Konzernweit sank der Umsatz des Super-VARs und Katalog-Distributors um 5,3 Prozent auf 318,9 Millionen Euro. Der Reingewinn vor Steuern halbierte sich gar auf noch 6,1 Millionen Euro. Bechtle steht mit diesen Zahlen im Branchenvergleich sehr wahrscheinlich immer noch gut da. Dies insbesonders, weil es den sparsamen Schwaben gelang, den Cash-Flow im Vergleich zum Vorjahr auf 13,4 Millionen Euro zu verdreifachen. Bechtle sitzt nun auf einem Cash-Berg von 84,3 Millionen Euro und hat noch nicht genutzte Kreditlinien von 40,7 Millionen Euro. Damit wäre der Konzern durchaus in der Lage, die Krise für weitere, günstige Zukäufe von Systemhäusern vor allem in Deutschland zu nützen.
Systemhäuser leiden weniger
Im Systemhausgeschäft, wo Bechtle vor allem in der Schweiz flächendeckend aufgestellt ist, sank der Umsatz "organisch", also ohne Berücksichtigung von Zukäufen in Österreich, nur um 2,9 Prozent auf 207,7 Millionen Euro, wovon 171,2 in Deutschland und der Rest in der Schweiz und in Österreich erzielt wurden. Am klarsten zeigt sich die Krise (Preiskämpfe!) in der Entwicklung der EBIT-Marge: Diese sank von 2,8 Prozent im Vorjahr auf noch 1,5 Prozent.
E-Commerce leidet stark
Im Katalog- und Online-Geschäft, wo Bechtle als reiner Händler auftritt, zeigt sich die Krise stärker, da kurzfristige Investitionen leicht verschoben werden können. Hier sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13,6 Prozent auf 111,6 Millionen Euro. Da gleichzeitig mit einem Preiszerfall von gemäss Olemotz ungefähr 20 Prozent zu rechnen ist, also wesentlich mehr "Kisten verschoben" werden müssen, um den gleichen Umsatz zu erzielen, brach die EBIT-Marge regelrecht ein. Sie sank von 4,5 auf noch 2,5 Prozent.
Kein genereller Stellenabbau
Bechtle-Chef Olemotz wurde an der heutigen Telefonkonferenz mit der Wirtschaftspresse nicht müde zu betonen, Bechtle handle langfristig. Entlassungen mag er zwar angesichts der Krise nicht ausschliessen, doch will man die Situation Systemhaus für Systemhaus individuell anschauen und je nach Marktsegment unter Umständen auch Mitarbeitende einstellen. "Es gibt keine radikale Diät," so Olemotz.
Sicher ist, dass Bechtle auf der Suche nach Synergien zwischen dem ARP-Geschäft und dem E-Commerce-Business in Deutschland ist. So denkt man über gemeinsames Produktmanagement und Katalogproduktion nach. (Christoph Hugenschmidt)

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