Exklusiv: Kurzarbeit und Einstellungsstopp bei Abacus

4. Juni 2020, 10:15
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Das Software-Haus erläutert gegenüber inside-channels.ch seine Corona-Massnahmen und wagt einen Ausblick.


Von Abacus ist man sich gute Zahlen gewohnt. Ende März publizierte das St. Galler Softwarehaus den Geschäftsbericht für das erste Quartal 2020. Fast 12% mehr Umsatz als im Vorjahr meldete das Unternehmen, nannte auf Anfrage aber Unsicherheiten wegen der Corona-Krise.
Nun hat man in St. Gallen Massnahmen eingeleitet: Gespart wird im Marketing und bei Veranstaltungen, zudem wurde ein Einstellungsstopp erlassen. Knapp 15% der Arbeitszeit seien im Mai auf Kurzarbeit rapportiert worden, erklärt GL-Mitglied Daniel Senn auf Anfrage. Seit 2018 hat das Unternehmen die Zahl seiner Angestellten um 40 Personen ausgebaut. Mit allen Tochterfirmen in Biel, Thalwil und Deutschland sind nach eigenen Angaben rund 500 Mitarbeitende für die Firma tätig.
Für die Dividende, welche Anfang Jahr geplant war, wurde aufgrund eines VR-Entscheides eine "massive Kürzung" vorgeschlagen. Die Generalversammlung muss diese noch genehmigen. "Es wird nur noch soviel Dividende ausgeschüttet, dass die an Abacus beteiligten Mitarbeiter damit die Steuern auf den letztjährigen Dividenden begleichen können", sagt Senn. Zudem würden Geschäftsleitung und Verwaltungsrat auf 10% der Gehälter und Honorare verzichten. 
Vorerst haben die Zahlen von Abacus noch nicht gelitten. Im April und Mai habe man den Umsatz halten können, sagt Senn. Da die Neuverkäufe von ERP-Installationen aber zeitlich verzögert reagieren würden, rechne man in den nächsten Monaten mit einem Rückgang im Jahresvergleich. Dennoch könne der Umsatz dank dem starken ersten Quartal vermutlich knapp gehalten werden, prognostiziert Senn.
Weniger optimistisch blickt man ins nächste Jahr. Abacus orientiert sich an Konjunkturprognosen, die je nach Szenario derzeit einen Rückgang des BIP um 6% bis über 10% erwarten. "Im Sinne einer vorsichtigen Geschäftsführung muss die Geschäftsleitung von Abacus davon ausgehen, dass die Software- und Wartungseerträge bei Abacus im 2021 auch in diesem Umfang zurückgehen. Unsere 50'000 Kunden sind ein Spiegel der schweizerischen KMU-Landschaft", hält Abacus-CEO Claudio Hintermann fest.

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