Kyndryl-Bereich verhagelt IBM die Bilanz

21. Oktober 2021, 13:36
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Kurz vor der Abspaltung schrumpft das Infrastruktur­geschäft weiter. IBM leidet aber auch in vermeintlich wachstums­starken Bereichen.

Das IT-Infrastrukturgeschäft von IBM hat dem Tech-Konzern noch kurz vor seiner Abspaltung die Bilanz verhagelt. IBM weist für das 3. Quartal einen Gesamtumsatz von 17,62 Milliarden Dollar aus. Dies ist zwar ein Plus von 0,3%, Analysten hatten allerdings einen Umsatz von knapp 17,8 Milliarden Dollar erwartet. 
Der Umsatz der Sparte Global Technology Services, die zum grössten Teil in das neue Unternehmen Kyndryl ausgegliedert wird, ging im letzten Quartal um fast 5% zurück. "Als wir das Datum für die Abspaltung unseres Managed-Infrastructure-Geschäfts bekannt gaben, pausierten unsere Kunden Ende September alle neuen Projektaktivitäten, was sich hier auswirkte", so Chief Financial Officer James Kavanaugh gegenüber 'Reuters'. Ein Dokument, das IBM bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hatte, zeigt, dass der Kyndryl-Umsatz seit 2018 rückläufig ist. 
Der um die Ausgliederung von Kyndryl bereinigte Umsatz von IBM stieg laut einer Mitteilung um 2,5%. Dies sei zum Teil auf die stärkere Nachfrage nach Beratungsleistungen von Unternehmen zurückzuführen, die während der Covid-19-Pandemie die Digitalisierung vorangetrieben haben.

Schwaches Ergebnis in wachstumsstarken Bereichen

Die Nachfrage im Systemgeschäft, in dem IBMs Grossrechner beheimatet sind, ging ebenfalls zurück. Dies liege daran, dass sich das Ende des Produktzyklus nähere. Der Umsatz in diesem Bereich ist laut Kavanaugh im Jahresvergleich um 12% zurückgegangen.
Ist die Abspaltung erledigt, wird sich IBM insbesondere auf das Geschäft im Hybrid-Cloud-Bereich fokussieren. Dort sieht "Big Blue" ein Marktpotenzial von 1 Billion Dollar, wie das Unternehmen erklärte. "Wir machen weiterhin Fortschritte, aber wir haben noch mehr Arbeit vor uns", so der IBM-Finanzchef. "Das vierte Quartal wird ein wichtiger Übergang zur neuen IBM sein".
Der Umsatz in der Sparte Cloud und Cognitive Software ist um 2,5% auf 5,7 Milliarden Dollar geklettert. Das Software-Wachstum sei insbesondere durch Red Hat sowie durch Security und Automatisierung angetrieben worden, heisst es von IBM.
Der Konzern verfehlte trotz des Umsatzwachstums die Erwartungen in dieser Sparte. Die Schwäche in IBMs "vermeintlich wachstumsstarken Bereichen ist problematischer" als der Umsatzrückgang, zitiert 'Reuters' einen Analysten.  

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