Lärm legte ein Rechenzentrum lahm

14. September 2016, 14:22
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In einem Rechenzentrum der ING Bank in Rumänien hat eine Brandschutzübung massive Probleme verursacht.

In einem Rechenzentrum der ING Bank in Rumänien hat eine Brandschutzübung massive Probleme verursacht. Als Folge war die Bank für zehn Stunden offline. Über eine Million Kunden waren von der Downtime betroffen, wie 'Romania-Insider' berichtete.
Ausgefallen ist das RZ, weil das Brandschutzgas Ingergen beim einströmen in die Räume, zu viel Lärm verursachte. "Es war lauter, als unsere Geräte messen konnten – über 130 Dezibel", so eine Sprecherin zu 'Motherboard'. Es sei vergleichbar damit, die Hardware neben einen laufenden Jet-Motoren zu stellen. Wegen des Lärmes fielen demnach Dutzende von Harddrives aus.
"Die Brandschutzübung war geplant, aber es kam zu 'Kollateralschäden'", sagt die Sprecherin zum amerikanischen Tech-Magazin weiter. Wie in RZs zur Brandbekämpfung üblich, kam während der Übung Gas zum Einsatz. Dieses sollte die Hardware eigentlich unbeschädigt lassen. Einzig die Temperatur im Datacenter sinkt leicht. Das Gas wird in Zylindern aufbewahrt und bei Bedarf mit hoher Geschwindigkeit gleichmässig aus Düsen verteilt. Insidern zufolge, so 'Motherboard', war aber der Druck höher als erwartet. Als das Gas aus den Öffnungen drang, sei deshalb der laute Ton entstanden. Lärm bedeutet Vibration und die Vibrationen wurden auf die Lese- respektive Schreibköpfe der HDDs übertragen, was diese aus der Datenspur warf.
Verschiedene Untersuchungen, die 'Motherboard' zusammengetragen hat, zeigen, dass Lärm ein Problem für Harddisks ist. Laut Siemens sind Geräusche ab einer Lautstärke von 110 dB problematisch. IBM wiederum kam in einer Studie zum Schluss, dass ältere Harddisks mehr Platz zwischen den Datenspuren hatte und deshalb Lärm erst in den letzten Jahren zur "Gefahr" wurde.
Der Bank zufolge soll nun in den nächsten Wochen jedes Stück Hardware einzeln überprüft werden. Ein Backup-RZ befindet sich wenige Kilometer entfernt vom betroffenen Datacenter. Dennoch konnten die Kunden nicht auf das E-Banking zugreifen, keine Kartenzahlungen tätigen oder Geld vom Automaten abheben. An einem Durchschnittlichen Tag, so der Bericht von 'Romania-Insider', wickelt ING über 200'000 Transaktionen im Wert von 13,7 Millionen Euro ab. (kjo)

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