Lahme Netzwerke frusten, liebe IT-Abteilung

5. November 2008, 12:38
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Die IT-Leute glauben, dass sie Netzwerkprobleme im Griff haben - die User wiedersprechen.

Die IT-Leute glauben, dass sie Netzwerkprobleme im Griff haben - die User wiedersprechen.
Auch in den Zeiten von Gigabit- und 10-Gigabit-Ethernet sind Netzwerke nicht immer so schnell, wie sich das User wünschen - und wie sie sein könnten, sagt eine Studie. Die Probleme werden vor allem von mangeldem Netzwerk-Management verursacht, poatulieren ihre Autoren. Und sie könnten in der Zukunft, durch das aus vielen Gründen dauernd steigende Verkehrsvolumen in den internen Netzwerken, noch zunehmen.
Der "Network Performance Frustration Report", an dem sich 957 IT-Anwender und 267 IT-Verantwortliche aus Unternehmen beteiligten, wurde von Dimension Data in Auftrag gegeben und ist natürlich nicht ganz uneigennützig: Schliesslich bietet der Netzwerkspezialist selbst Dienstleistungen auf diesem Gebiet an. Trotzdem scheinen uns die Ergebnisse interessant. So zeigt sich unter anderem eine klare Diskrepanz der Wahrnehmungen zwischen den beiden Gruppen. Eine Mehrheit der IT-Verantwortlichen glaubt nämlich, dass der Support sofort "springt", wenn User Netzwerkprobleme melden. Von diesen aber sagen mehr als die Hälfte, dass sie bei solchen Problemen jeweils längere Zeit warten müssen, bis der Support eingreift.
Gemäss Dimension Data sind dabei die von Netzwerkproblemen verursachten Wartezeiten und Frustrationen nicht zu vernachlässigen. Gary Middleton, Business Development Manager für Netzwerk Integration bei Dimension Data erklärt: "Die Studie zeigt auf, dass der durchschnittliche Benutzer mindestens zwei Stunden pro Monat durch netzwerkbedingte Verzögerungen verschwendet, was aufs Jahr gerechnet zwei bis drei Tage an verlorener Produktivität ergibt. Gemäss IT-Anwendern besteht der grösste Flaschenhals bezüglich Performance bei File-Transfers und Netzwerklogins. Und während der E-Mail-Verkehr nicht ganz so langsam ist wie andere Anwendungen, so ergibt die intensive Nutzung von E-Mail doch grosse Auswirkungen."
Gemäss der Studie sollen IT-Anwender im Durchschnitt 35 Minuten pro Monat mit Verzögerungen beim Netzwerk Login, 25 Minuten pro Monat mit E-Mail Verzögerungen und 23 Minuten pro Monat mit langsamen File Transfers verlieren. Bei VoIP- und anderen Sprach-Diensten sind die Verzögerungen zwar naturgemäss sehr viel kürzer, aber trotzdem oft spürbar, und ihre Auswirkungen auf die Qualität des Services ungleich höher.
Nochmal Middleton: "Wenn ein Mitarbeiter nicht in der Lage ist, eine bestimmte Anwendung oder Technologie zu nutzen, kann es sein, dass er sie zukünftig nach Möglichkeit gänzlich meidet. Das bedeutet, dass nicht nur die ursprüngliche Investition negiert wird sondern auch, dass der Anwender nicht in der Lage ist, den von dieser Technologie in Aussicht gestellten Produktivitätsgewinn zu realisieren. Tatsächlich scheinen IT-Anwender mittlerweile so geringe Erwartungen an die Netzwerk-Performance zu haben, dass sie Verzögerungen als unausweichlich hinnehmen."
Die Ursache für die Leistungsprobleme lokalisiert Dimension Data wie gesagt bei mangeldem Netzwerkmanagement beziehungsweise mangelnder Performanceüberwachung. Nur etwa 30 Prozent der IT-Abteilungen hätten definierte Prozesse zum Umgang mit Netzwerk-Performance-Problemen erarbeitet, und weniger als 40 Prozent der IT-Abteilungen hätten umfassende Möglichkeiten zur Netzwerküberwachung. (hjm)

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