Lange nicht gesehen: Nokia mit Gewinn

24. Januar 2013, 14:51
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Das Schlussquartal lässt den finnischen Handy-Hersteller hoffen. Unter dem Strich war 2012 trotzdem verlustreich.

Das Schlussquartal lässt den finnischen Handy-Hersteller hoffen. Unter dem Strich war 2012 trotzdem verlustreich.
Das gabs schon lang nicht mehr: Nokia schreibt zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren schwarze Zahlen. Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia hat im Weihnachtsquartal wieder Gewinn geschrieben - der Reingewinn beträgt im vierten Quartal 2012 202 Millionen Euro. Möglich wurde dies, weil Nokia die Verluste sowohl im Bereich Mobiltelefone als auch beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks stoppen konnte. Zum Vergleich: der einstige Weltmarktführer für Handys verlor im dritten Quartal 2011 noch über eine Milliarde Euro.
Der Umsatz lässt aber noch weiterhin auf sich warten. Im Schlussquartal beliefen sich die Verkäufe der Finnen auf mehr als acht Milliarden Euro, ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Besonders schmerzhaft ist wohl, dass vor allem das Kerngeschäft von Nokia, die Handys und Smartphones, nicht auf Touren kommt.
Das erfreuliche Ergebnis gegen Jahresende konnte aber die roten Zahlen von Nokia für dieses Geschäftsjahr nicht verhindern. Der Umsatz lag bei 30,2 Milliarden, immerhin ein Plus von 22 Prozent - doch unter dem Strich fuhren die Finnen einen Verlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro ein. Deshalb wird zum ersten Mal seit 20 Jahren den Investoren die Dividende für 2012 gestrichen.
Hoffnung: Windows und Schwellenländer
Ein Nokia-Hoffnungsträger für die Rückkehr zu den Lebendigen sind die Lumia-Smartphones mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone 8. Im vergangenen Quartal gingen 4,4 Millionen Lumia-Geräte über den Ladentisch, womit der Durchschnittspreis eines abgesetzten Smartphones auf 186 Euro von 140 Euro im vergangenen Jahr stieg. Grosser Jubel dürfte da nicht ausbrechen, da die Konkurrenz mehr als zehn Mal soviele Geräte verkaufen konnte während der Weihnachtszeit. Apple verkaufte im letzten Quartal 47,8 Millionen iPhones - Samsung wird wohl noch darüber liegen.
Ein anderer Nokia-Hoffnungsträger sind die Handys der Asha-Serie. Die Geräte werden noch zu den einfachen Handys gezählt, liegen aber mit ihren Internet-Funktionen an der Schwelle zu einem günstigen Smartphone. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 9 Millionen Geräte verkauft und könnten in den boomenden Märkten von Schwellenländern wie China oder Indien Fuss fassen. (lvb)

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