Langsames Auf­räumen bei "meine­imfpungen.ch"

20. Mai 2021, 15:03
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Die Plattform wurde vom Netz genommen. Nun versucht die Stiftung, Ordnung zu schaffen und berichtet von einer "finanziell angespannten Lage".

Wie angekündigt, haben die Betreiber der Plattform "meineimpfung.ch" über den Stand der Dinge informiert. Der Zugang zu den elektronischen Impfdaten verzögere sich, heisst es noch immer prominent auf der Website.
Die Plattform wurde am 22. März aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen und isoliert. Deshalb hätten auch die Support-Mitarbeitenden in den vergangenen Wochen keinen Zugriff darauf gehabt. Man sei deshalb mit der Bearbeitung der Auskunfts- und Löschbegehren in Verzug, so das Update vom heutigen 20. Mai.
"Die betroffenen Nutzer wurden von uns informiert, dass die Bearbeitung ihrer Begehren länger als 30 Tage in Anspruch nehmen wird", heisst es weiter.

"Wir sind eine Non-Profit-Organisation"

Bislang habe man für die Bearbeitung von Auskunfts- und Löschbegehren eine beglaubigte Ausweiskopie verlangt. Man sei nun daran, die finanzielle, juristische und organisatorische Machbarkeit einer Übernahme der Kosten für die Beglaubigung zu prüfen. "Wir befinden uns aber in einer finanziell angespannten Lage", schreiben die Betreiber. Die Stiftung Meineimpfungen sei eine Non-Profit-Organisation. Man habe die Dienstleistungen unentgeltlich oder zum Selbstkostenpreis angeboten.
Grundsätzlich seien für die Nutzung der Plattform für die User keine Gebühren fällig geworden. Allerdings verlangte die Stiftung eine Gebühr von 10 Franken, wenn ein Impfeintrag von einer medizinischen Fachperson überprüft worden war. Dies war nötig, weil ein elektronischer Impfausweis gemäss Vorgabe des Bundesamts für Gesundheit nur durch diese Überprüfung als gleichwertig zum Papier-Impfausweis anerkannt wurde. Personen, die bereits für eine solche Leistung bezahlt haben, werden laut der Mitteilung eine Rückerstattung erhalten, falls die Überprüfung noch nicht stattgefunden habe. Man sei daran, die Prozesse für die Rückerstattung zu etablieren.
Wenn die Mitarbeiter die Überprüfung der Impfungen bereits vorgenommen haben, erhielten die Nutzer einen offiziellen Impfausweis im PDF-Format oder auf Papier, heisst es weiter. "Demnächst" wolle man dazu ein Formular auf der Website bereitstellen.
Gemäss früheren Angaben sind auf der "meineimfpungen.ch"-Plattform 450'000 Datensätze, darunter 240'000 von Covid-19-Geimpften hinterlegt. Die Plattform wurde von der Stiftung im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit betrieben. Am Donnerstag, 27. Mai, will die Stiftung das nächste Update publizieren. 

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