Laserdrucker nur in Ausnahmefällen gesundheitsschädlich

11. Januar 2008, 13:20
  • gesundheitsbranche
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Umfangreiche aber nicht repräsentative deutsche Studie gibt Entwarnung: Feinstaub und andere Luftverschmutzungen durch Laser-Drucker und -Kopierer sind nicht generell gesundheitsgefährdend.

Umfangreiche aber nicht repräsentative deutsche Studie gibt Entwarnung: Feinstaub und andere Luftverschmutzungen durch Laser-Drucker und -Kopierer sind nicht generell gesundheitsgefährdend.
Seit Jahren wird in Deutschland diskutiert, ob Laserdrucker und -Kopierer Gesundheitsschäden verursachen können. Die in Laserdruckern verwendeten Toner sind sehr fein und die Geräte emittieren vor allem beim Start Feinstaub, Ozon und flüchtige organische Verbindungen. Der deutschen "Interessengemeinschaft Tonergeschädigter" sind nach eigenen Angaben 1'500 Menschen bekannt, bei denen ein Verdacht auf Gesundheitsschäden durch Kopierer und Drucker besteht.
Nachdem man das Phänomen offenbar lange nicht so richtig ernst genommen hat, hat sich nun das Bundesinstitut für Risikoberwertung der Sache mit deutscher Gründlichkeit angenommen. In einer immerhin 335 (!) Seiten umfassenden Vorstudie wurde abgeklärt, ob und wie sich die Luftqualität in Büroräumen mit Laserdruckern verändert und ob sich bei Leuten, die über "Tonerschädigung" klagen ein wissenschaftlich definierbares Beschwerdebild manifestiert. Die Studie ist aber nur in Teilen repräsentativ, weil man nur 69 Probanden klinisch untersucht hat. Die Messungen der Veränderung der Luftqualität sind hingegen wissenschaftlich fundiert.
Zu beachten ist, dass es sich erst um eine Vorstudie zu noch gründlicheren Untersuchungen handelt. Das Institut spricht denn auch ausdrücklich erst von Arbeitshypothesen als Resultat der Studie.
Laserdrucker verändern die Raumluft, aber...
In der Untersuchung wird klipp und klar festgestellt, dass Laserdrucker und -Kopierer tatsächlich messbare Emissionen verursachen. So fand man "signifikante Einflussfaktoren auf die Qualität der Innenraumluft..., so etwa bei den flüchtigen organischen Verbindungen, den Feinstäuben und den ultrafeinen Stäuben." Allerdings lag die Konzentration der untersuchten, potentiell gefährlichen Luftschadstoffe meistens innerhalb der für normale Wohnräume bekannten Bereiche. Damit kann man davon ausgehen, dass die Emissionen von Laserdruckern und -Kopierern im Normalfall nicht schädlich sind.
Die AutorInnen der Studie betonen in den Schlussfolgerungen (wir haben die restlichen 300 Seiten Biochemie ausgelassen...) aber, dass die Wirkung der "komplexen Gemische mit einer Vielzahl derzeit noch unbekannter Faktoren auf den Menschen" nicht bekannt ist.
... sind nur für empfindliche Personen spürbar beeinträchtigend
Bei den intensiv untersuchten 69 Personen wurden "keine objektivierbaren Hinweise auf Gesundheitsstörungen gefunden," stellt die Studie fest. Hingegen hat man einen Trend zur Häufung von Symptomen im Sinne des "Sick Building Syndroms" gefunden. Damit beschreibt man bekannte Symptome von Menschen in ungesunden Bürohäusern, wie etwa Konzentrationsprobleme, übermässige Müdigkeit oder Probleme mit den Atemwegen und den oberen Schleimhäuten.
Das 'Bundesinstitut für Risikobewertung zieht zwei Schlüsse aus diesen vorläufigen Ergebnissen. Erstens, dass es richtig wäre, die Auswirkungen von Laserdruckern- und -Kopierern in einer langen, vergleichenden Untersuchung mit vielen Menschen zu studieren. Und zweitens, dass empfindliche Menschen tatsächlich durch die Emissionen von Printern gestört werden können. Das Institut empfiehlt viel benützte Drucker in separaten, gut gelüfteten Räumen unterzubringen. (Christoph Hugenschmidt)
(Der Abschlussbericht "Evaluierung möglicher Beziehungen zwischen Emissionen aus Büromaschinen, insbesondere aus Fotokopierern und Laserdruckern, und Gesundheitsbeeinträchtigungen bzw. Gesundheitsschäden bei exponierten Büroangestellten" (PDF) ist hier frei zugänglich.)

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