Lausanner ermöglichen eigenes 3D-Abbild mit Smartphone

5. August 2015, 15:35
  • workplace
  • smartphone
image

Wer schon immer einen animierten 3D-Avatar von sich selbst haben wollte, könnte dies bald mit seinem Smartphone selber machen.

Wer schon immer einen animierten 3D-Avatar von sich selbst haben wollte, könnte dies bald mit seinem Smartphone selber machen. Mit einer neuen Software lässt sich ein Video-Selfie innert kurzer Zeit in eine Computerfigur umwandeln.
Das Team um Alexandru Ichim von der ETH Lausanne (EPFL) hatte den Ehrgeiz, für jedermann möglich zu machen, wofür Hollywood-Animateure monatelange Handarbeit benötigen: Ein animiertes 3D-Duplikat seiner selbst. "Wir wollten den Prozess schnell und einfach machen", sagte Ichim in einer Mitteilung der Hochschule. Man muss dazu lediglich ein Video von sich selbst machen und einige weitere Fotos aufnehmen, die verschiedene Gesichtsausdrücke darstellen. "Unser Algorithmus macht den Rest", sagte Ichim - in wenigen Stunden. Das digitale Double kann auf einem Bildschirm gezeigt werden und auf Wunsch mit Hilfe von gewöhnlicher Tracking-Technologie in Echtzeit animiert werden.
Mit dem eigenen Alter Ego zocken
Die Designer sehen Anwendungen für ihre Entwicklung bei Games, virtueller Realität, Online-Diskussionen mit anderen Avataren, Einbettung in Filme und sogar für die Avatar-Therapie, die zum Beispiel am University College London bereits gegen Schizophrenie eingesetzt wird.
Die grössten Herausforderungen für den Algorithmus waren die variierenden Bedingungen bei den Smartphone-Aufnahmen: Lichtverhältnisse, unscharfe Bilder und je nach Smartphonemodell eine geringe Auflösung. "Der Avatar muss die richtige Gesichtsgeometrie haben und die Hautbeschaffenheit, Farbe und Details wie Fältchen originalgetreu wiedergeben", sagte Ichin. Sonst sei er unglaubwürdig. Die Software ist derzeit nur für Forschungszwecke verfügbar, die EPFL-Forscher haben aber bereits eine Kommerzialisierung ins Auge gefasst. Zunächst möchten sie aber noch einige Hürden überwinden, zum Beispiel die originalgetreue Replizierung von Haaren oder dem Mund mit Zähnen und Zunge.
Die Software in Aktion zeigt ein Youtube-Video. (sda/mik)

Loading

Mehr zum Thema

image

Red Hat lässt Angestellten volle Homeoffice-Freiheit

Angestellte der IBM-Tochter dürfen auch in Zukunft ohne Einschränkungen zu Hause arbeiten.

publiziert am 14.9.2022
image

Schweizer Software-Startup sammelt 5 Millionen Dollar

Der Workplace-Spezialist Deskbird will mit dem frischen Geld in die Rekrutierung investieren. Die Firma sieht im Trend zu Hybridwork ihre Stunde gekommen.

publiziert am 30.8.2022
image

Wie ein Musikvideo (einst) Harddisks gecrasht hat

Janet Jacksons "Rhythm Nation" war eine Bedrohung für Laptops.

publiziert am 18.8.2022
image

Schweizer Kleinunternehmen, die Homeoffice-Müdigkeit und die Security

Kurzfazit einer Studie: Kleinere Unternehmen habens nicht so mit dem Homeoffice. Die Nutzung ist beinahe auf das Vor-Pandemie-Niveau zurückgegangen.

publiziert am 15.8.2022