Lebenszeichen von Palm

9. Januar 2009, 14:22
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Neues, von Grund auf entwickeltes Betriebssystem. Wird 'Palm Pre' zum iPhone-Killer?

Neues, von Grund auf entwickeltes Betriebssystem. Wird 'Palm Pre' zum iPhone-Killer?
Der in grauer Vorzeit einst führende US-Smartphone-Hersteller Palm gibt ein Lebenszeichen von sich: Gestern Abend kündigte Palm ein Mobiltelefon an, das - so scheint es zumindest auf den ersten Blick - eine ernsthafte Konkurrenz zu den Blackberrys aus dem Hause RIM und den iPhones von Apple werden könnte. Das Gerät kombiniert einige der besten Features der Konkurrenz: Ein Teil des Bildschirms ist berührungsempfindlich, es gibt aber auch eine volle Tastatur (ausziehbar) und das Smartphone hat standardmässig eine WLAN-Schnittstelle und einen GPS-Empfänger. Ausserdem hat das Mobiltelefon einen eingebauten Sensor, der Touchscreen und Bildschirm ausschaltet, sobald es zum Telefonieren ans Ohr gehalten wird. Wie beim iPhone gibt es auch einen Beschleunigungssensor, der die Orientierung des Bildschirms verändert, wenn man das Gerät dreht.
Im Gegensatz zu den alten "Treos" hat der 'Palm Pre' einen Standard-Stecker für Kopfhörer.
Völlig neues Betriebssystem
Ausserdem hat Palm einen alten Fehler, nämlich den Verkauf des einst führenden Betriebssystems PalmOS, korrigiert und wieder ein eigenes Betriebssystem für Smartphones entwickelt. 'webOS' hat einige Funktionen, die Smartphones "PC-ähnlicher" machen wird. So kann man mehrere Programme parallel laufen lassen. Eine Funktion namens 'Synergy' kann Kontaktdaten aus verschiedenen Quellen (Facebook, Outlook, Google-Account) in einer Liste darstellen. Dasselbe funktioniert auch mit verschiedenen Kalendern und sogar mit verschiedenen Nachrichtenkanälen (SMS, Instant Messenger. Siehe Screenshot).
Auch sehr raffiniert scheint die Such-Funktion zu sein. Diese durchsucht die verschiedenen Programme des Geräts und kann gleichzeitig auch im Internet suchen. Diese Funktion scheint uns gerade für die Suche nach Kontaktdaten extrem praktisch zu sein.
Für Entwickler stellt Palm eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung, die sehr leicht zu erlernen sein soll. Wie bei Apple und anderen Anbietern soll es einen Software-Online-Shop geben, in dem Dritte ihre Produkte verkaufen oder verschenken können.
Zieht sich Palm am eigenen Schopf aus dem Sumpf?
Fraglich ist, ob das neue Gerät, das "im ersten Halbjahr 2009" erst in den USA und nur beim Carrier Sprint erhältlich sein wird, noch rechtzeitig kommt, um Palm aus der Misere zu ziehen. Palm hatte in der Vergangenheit immer wieder grösste Problem, an sich sehr gute Produkte auch wirklich weltweit zu vermarkten. So wurden neu Treos in Europa immer erst auf den Markt gebracht, als sie schon fast wieder veraltet waren. So kann auch das angekündigte Smartphone nicht mit UMTS umgehen und ist damit für Anwender in Europa nicht zu gebrauchen…
Andererseits scheint das neue Handy-Betriebssystem tatsächlich das Potential zu haben, Palm wieder zu einem ernsthaften Player im Markt zu machen. (Christoph Hugenschmidt)
(Abbildungen: (c) by Palm. Der Screenshot wurde verkleinert und geschärft.)

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