Lehrabschluss für 2000 junge Informatiker

2. Juli 2009, 09:40
  • politik & wirtschaft
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Darunter sind dieses Jahr auch die ersten "Informatikpraktiker/-innen" mit Eidgenössischem Attest. Trotzdem: Vor allem Grossfirmen bilden viel zu wenig IT-Lehrlinge aus, sagt der Experte Alfred Breu.

Darunter sind dieses Jahr auch die ersten "Informatikpraktiker/-innen" mit Eidgenössischem Attest. Trotzdem: Vor allem Grossfirmen bilden viel zu wenig IT-Lehrlinge aus, sagt der Experte Alfred Breu.
Landauf landab finden in diesen Tagen Lehrabschlussfeiern statt. Insgesamt haben in der Schweiz rund 1700 junge Informatiker und Informatikerinnen, etwa gleich viel wie letztes Jahr abgeschlossen und konnten ihr Eidgenössisches Berufsattest entgegennehmen.
Der neue, zweijährige Ausbildungsweg, der unter anderem Nachwuchlücken stopfen soll, die früher mit Quereinsteigern gefüllt wurden, habe sich klar bewährt, glaubt Prüfungsleiter Jean-Pierre Kousz: "Viele Absolventen haben bereits jetzt ihren Arbeitsvertrag im Sack." Erfreulich sei auch, dass einige Kandidaten nun ihre Ausbildung im Rahmen einer Lehre als Informatiker mit Fachzeugnis fortsetzen wollen.
Insgesamt werden etwa 60 Prozent der Nachwuchsinformatiker in ihren bisherigen oder anderen Betrieben unmittelbar ins Berufsleben eintreten. Etwa 30 Prozent wollen im September ein Studium an einer höheren Schule beginnen oder die Berufsmaturität nachholen, und etwa 10 Prozent nehmen eine Auszeit, zum Beispiel für Auslandsaufenthalte oder den Militärdienst.
Aber es sind zu wenig
Alfred Breu, der Präsident der Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik warnt schon seit Jahren, dass insgesamt zu wenig Lehrstellen angeboten werden, und wiederholt diese Kritik auch dieses Jahr. Dabei nimmt er vor allem grosse IT-Unternehmen ins Visier: "80 Prozent der Lehrverhältnisse werden von KMU-Unternehmungen oder Informatikabteilungen von Industrie- und Gewerbebetrieben angeboten. Die Gross-IT ist weitgehend abwesend. Um den Informatiker-Bestand auf Dauer zu halten, müsste die Zahl der angebotenen Lehrstellen pro Jahr etwa fünf Prozent des gesamten Informatikpersonals entsprechen. Ein Unternehmen, das 500 Informatiker beschäftigt, müsste also 25 Lehrlinge jährlich ausgebilden, beziehungsweise insgesamt rund 100 Lehrlinge beschäftigen. In der Realität sind es aber meistens nur eins bis drei."
Die Besten aus dem Kanton Zürich
Aber zurück zum real vorhandenen Nachwuchs. In Zürich wurden gestern 429 neue Informatiker/Junginformatiker-innen, 8 Mediamatiker/-innen und 16 Informatikpraktiker/-innen aus der Region geehrt und diplomiert. Alfred Breu ist des Lobes voll über den Jahrgang 2009: "Erstaunlich viele schafften es in die Reihen der Ausgezeichneten - insgesamt 64 mit Noten von 5.3 und darüber. Auffällig viele schafften es sogar in den traumhaften Bereich von 5.8 bis 6.0 vorzustossen!"
Neun Lehrlinge erhielten für ihre ausgezeichnete Praxisarbeit je ein Notebook. Dem Allerbesten, Marc Luginbühl von Alcan Technology & Management in Schaffhausen, wurde ein dreijähriges Studium an der ZHAW geschenkt. Hinter Luginbühl klassierten sich Lukas Kölbener von der Comit, Robert Krieg, Axa Winterthur und Gregor Wegberg, SIX Swiss Exchange, ex-Aequo auf dem zweiten Platz. Die beiden besten Abschlussarbeiten unter den Informatikpraktikern stammten von Danièle Marschall (Rechsteiner Consulting) und Vincenzo Russo (Berufsfachschule, Winterthur). Auch diese beiden erhielten dafür ein Notebook als Preis. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Ein Teil der Anwesenden an der gestrigen Diplomfeier in Zürich. Foto: Jean-Pierre Kousz.)

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