Leider Nein (bisschen verhühnerte Folge)

29. Januar 2010, 16:43
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Während wir von inside-it.ch von Gesprächspartnern, vor allem solchen, die uns unbedingt von ihrem gewaltigen Erfolg und ihrer absoluten Unentbehrlichkeit überzeugen wollen, mit unverdientem Lob ("Ihre Kolumnen bei 'IT Reseller' sind einfach spitze, ha ha ha!") überschüttet werden, können Online-Kommentatoren, die einem ja nicht in die Augen schauen müssen, sehr grausam und überaus direkt sein: "Wenn ich das lese könnte man meinen, ein 20-jähriger KV Student hat was darüber gelesen und mal einen Artikel verfasst." Nur gut, dass wir die Kommentare bei uns - und seien sie noch so bösartig - nicht kommentieren und beispielsweise kein Wort über Kommasetzung und innere Logik von Sätzen verlieren.
Fast unkommentierbar finden wir diesen Titel: "Mitwachsende Strategien auf der CeBIT 2010" Wir enthalten uns und wundern uns auch nicht übertrieben, dass die BTC AG, die offenbar Strategien wie mit Düngerstäbchen gedopte Topfpflanzen zum Wachsen bringen kann, ansonsten auch noch "Value Engineering" anbietet. Nein, BTCs "BONAPART" ist nicht etwa eine Maschine fürs den perfekten Blütendruck, sondern eine einfache "Geschäftsprozess-Modellierungssoftware". Nun wird alles klar: Wer seine Software "BONAPART" nennt, hat möglicherweise wie der Namensgeber ein kleines Problem mit seiner Grösse und braucht deshalb grosse und wachsende Strategien, die allerdings, siehe Bonaparte, nicht immer zum Erfolg, sondern manchmal auch nach Waterloo führen.
Während die einen Strategien dopen, sorgen die anderen für den totalen Durchblick. "Volle Transparenz bei Schweizer Eiern bietet Migros" titelten unsere Kollegen von Netzticker. Während Migros-Kunden nun alles über ihr (Schweizer) Ei und dessen Erzeugerin wissen, finden andere, solche - auch transparente - sollte es besser gar nicht geben, da die durchs Eierlegen erschöpften Hühner früher oder später den Gang über den Jordan antreten müssen und im besten Fall als Bouillonwürfel im Migros-Gestell enden. Solches muss ein Ende haben, schreibt die Tierrechtsinitiative Maqui zum "Meat Abolition Day" und fordert die: "Beendigung der Versklavung unzähliger Spezies und Ende der milliardenfachen Hinrichtungen für das "Verbrechen", der falschen Spezies anzugehören."
Ganz anders sieht das natürlich die Firma Premiumsteak, die uns unlängst mit der aufregenden Nachricht "ARGENTINA'S BIO BEEF - Jetzt schon ab 500g" beglückte. Wie wir bei Premiumsteak erfahren durften, ist so ein Steak so gesund, dass es eigentlich von der Krankenkasse bezahlt werden sollte: "Das Fleisch argentinischer Rinder enthält hochwertiges Eiweiss mit besonders vielen lebensnotwendigen Aminosäuren. Ausserdem ist es ein wichtiger Vitaminlieferant für die Vitamine B1, B2, B6 und B12. Schon 150 Gramm Rinderfilet decken beispielsweise den Tagesbedarf eines Erwachsenen mit dem Vitamin Niacin." (Christoph Hugenschmidt)

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