Leider Nein (die Schimpf-und-Schande-Folge)

6. November 2009, 16:18
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Wissen Sie, wo sich unsere Redaktion so richtig wohl fühlt?
Sie täuschen sich!
Es ist weder der Hirschen in Hin- noch der Löwen in Amriswil, weder die Altstadt-Pizzeria in Sursi und auch nicht der Kebabstand an der Langstrasse. So richtig wohl fühlen wir uns nämlich zwischen allen Stühlen. Dann nämlich, wenn wir abwechslungsweise und in kurzen Abständen von der Open-Source-Community und den Microsoft-Anhängern als unfähig, schlechte Rechercheure, bezahlte Schreibknechte, faktenuntreue Polemiker, korrupt und käuflich und uns sowieso immer immer an die falschen Quellen haltenden, die wirklich wichtigen Stories ignorierenden, bösartigen Schmierfinke beschimpft werden.
Wenn beide Seiten gleichmässig unzufrieden mit uns sind und der Parteinahme für die jeweils andere Seite bezichtigen, fühlen wir uns zwar unverstanden aber nicht unwohl.
Unwohl wird uns hingegen, wenn wir daran denken, dass wir nicht nur zwischen allen Stühlen sitzen, sondern auch noch unseren Business-Case komplett auf das Funktionieren des Internets, besser des World Wide Web, abgestellt haben. Und eben dieses WWW ist eine Schlangen- und Mördergrube, wie man aus diesem Titel leicht ersieht: "Schädliche Webseiten warnen vor schädlichen Webseiten".
Und was, wenn der Strom ausgeht? Sie könnten diese Kolumne nicht mehr lesen, wir könnten also keine Werbung ringsum pflastern, dass es eine Freude ist, hätten ergo bald kein Geld mehr und müssten jämmerlich verhungern. Gut, dass es Forscher gibt: "Elektronik-Schaltkreis läuft mit Baumstrom. Energie reicht für den Betrieb verbrauchsarmer Sensoren," berichtete 'pte' unlängst. Und zwar gibt es auf dem Gelände der Universität Washington eine bestimmte Ahorn-Art, die eine Spannung von einigen hundert Millivolt produziert. Die lieben Bäume.
Auch ganz lieb finden wir die Migros. Die bringt nun nämlich endlich Futter für die national orientierte Katze. "Xirah Swiss Premium" ist "exklusiv Katzennahrung aus hochwertigem Schweizer Fleisch" und darf sich deshalb als "erstes Tierfutterprodukt auf dem Schweizer Markt mit Swissness loben." Nicht nur bekommt der liebe Stubentiger nun also garantiert rein schweizerisches Fleisch, sondern dieses kann sich auch noch loben.
Nicht loben können wir diesen Titel: "Rasantes Wachstum für Beamer-Handys erwartet" (ChannelPartner). Eigentlich hätten wir ja erwartet, dass Handys laufend kleiner werden und nun müssen wir herausfinden, dass sie wachsen. Und erst noch rasant! Wie die sich wohl ernähren, um zu wachsen? Mit reinem Schweizer Fleisch? Ahorn-Strom? (Christoph Hugenschmidt)

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