Leider Nein (heute mit #fail)

6. September 2013, 16:03
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Swissness muss sein, Männer, die optisch nicht einem Anabolika- und Hanglagezulagen-gemästeten Muni ähneln, haben keine Chance, Software muss unbedingt total 'swiss made' sein und Rechenzentren haben in einem alten Bunker der Schweizer Armee zu wohnen. Ohne Sägemehl läuft nichts, Schwingen ist cool und wer als multinationale Firma dem VBS teure Software und noch teurere multinationale Berater verkaufen will, tut gut daran, seine Heimatliebe mit dem Sponsoring eines Anlasses zu demonstrieren, an dem die Sieger Käser, Sempach oder Abderhalden heisst. Und der Stein Unspunnen.
Und so hat SAP eine coole Schwing-App gemacht und dies auch lauthals verkündet, so wie man seit Jahren dem Schreibenden einbleut, man sei jetzt total mobile und App. Pech nur, wenn es der App so geht, wie dem VBS, dem nach der Einführung von SAP ein paar Panzer und andere Kleinigkeiten verloren gegangen sind, und sie (die App) die Schwinger verliert. Die #ESAF App von #SAP ist so was von Mist! Da gibts Schwinger, die mit 3 Kämpfen auf die gleichen Pte kommen wie solche mit 4 z.B. Sempach M." twitterte zum Beispiel ein gewisser Herr Fulehung (deutsch: Fauler Hund). Dabei sind Schwinger ja fast so schwierig zu verlieren wie ein deutscher Panzer. Beiden ist allerdings eigen, dass sie keinen Strichcode haben und deshalb - erlauben Sie uns die Spekulation - vom SAP nicht erfasst werden konnten.
Aber Zahlen sind sowieso schwierig. So enthüllte 'Computerworld' letzten Freitag in der jährlichen Volkszählung der Schweizer IT-Szene eine wahre Sensation - und bemerkte es nicht mal. Glaubt man nämlich dem Umsatz-Orakel vom Zürcher Klusplatz, so ist es letztes Jahr in der Schweizer Disti-Szene zu einem gewaltigen Umsturz gekommen. Tech Data steht mit angeblich 960 Millionen Franken Umsatz auf Platz 11, Also, seit Menschengedenken Helvetiens Disti Nr. 1, knapp dahinter auf Platz 12 mit 923 Milliönchen Umsatz. Was für eine wundersame Umsatzvermehrung in Zeiten einbrechender PC-Verkäufe: Auf der Homepage von Tech Data Schweiz ist noch bescheiden von ungefähr 600 Millionen Franken die Rede und in Wirklichkeit sind es noch ein paar weniger, nämlich 580.
Immerhin hat man die oben erwähnte Zahl wenigstens selbst erfunden. Andere machen sich nicht mal diesen Aufwand, sondern schreiben einfach ab. So hat unser Gastautor Christoph Jaggi nicht schlecht gestaunt, als er ganze Passagen seiner Einführung in die Ethernet-Verschlüsselung in den Marketing-Unterlagen der beiden Hersteller Senetas und Safenet wieder fand. Und wissen Sie, wie sich Safenet auch noch nennt? "The Data Protection Company". Eben, wäre dies ein Tweet, so stünde da jetzt #fail. (Christoph Hugenschmidt)

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