Leider Nein (heute mit Fremd-Nein)

20. Januar 2012, 16:03
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Informationstechnologie ist die Hoffnungsbranche der Schweiz. Wir schreiben es, Bundesrätin Leuthard sagt es gerne, oft und laut in die Hand.
Alles ist gut, wir sind uns einig und ziehen am selben Strick. Bis dann die Realität eintrifft und jeder wieder genau das tut, was zwar der Branche schadet, aber seiner Firma nützt oder seinen Anschauungen entspricht. Avaloq geht vor dem starken Franken und der schwachen Branchenkonjunktur in die Knie und entlässt massenhaft Spezialisten.
"Die Schweiz, und im Speziellen der Kanton Zürich, gibt die kontingentierten Arbeitsbewilligungen lieber an Grossfirmen wie UBS oder Google als an kleine Unternehmen, welche neue Geschäfte aufbauen wollen. Kein Wunder, dafür hat ja Google eine PR-Abteilung, welche jederzeit mit Wegzug drohen kann," schreibt Zumbühl in seinem Erfahrungsbericht. Und sagen Sie nun nicht, Zumbühl könne ja einen arbeitslosen "Schweizer" Informatiker anstellen - er kann nicht, denn er würde, wenn er könnte.
Leider Nein sagten gestern für einmal auch nicht wir bei der täglichen Pressemitteilungs-Lösch-Orgie sondern der PR-Versender selbst: "Vor wenigen Minuten haben Sie eine Medienmitteilung erhalten. Fälschlicherweise hat sich darin der Vertragswert eingeschlichen. Wir haben uns verpflichtet, diesen nicht zu kommunizieren, und möchten Sie deshalb um Diskretion bitten." Selbstverständlich lieber Herr PR-Versender, kommen wir Ihrer Bitte nach und bleiben diskret - der Deal war ja auch nicht richtig gross. Aber eine Bitte hätten wir doch noch: Können Sie uns die Zeichnung vom sich einschleichenden Vertragswert senden? Herzlichen Dank!
Leider Nein sagten auch die Profis von Newsaktuell: "Jahrbuch für Journalisten 2012 erschienen (Anm.: SORRY! Titel neu!)" Wir zucken mit den Schultern und murmeln "Shit happens", denn der Inhalt des Jahrbuches tönt ungeheuer interessant: "Schwarmintelligenz und Schwarmfeigheit", "Die Zeit der Trolle", "Riepl ist tot - toter geht's nicht" und "Die Wirklichkeit biegen, so lange, bis sie passt". Coole Titel, das. (Christoph Hugenschmidt)

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