Leider Nein (heute mit IITLNA11)

21. Oktober 2011, 16:34
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Ganz ehrlich: Wann wurden Sie am Arbeitsplatz letztmals gestreichelt? Nein, nicht begrapscht, sondern mit Lob und Anerkennung geadelt, damit Ihre Serotonine, Dopamine, Endorphine und wie all die Glückshormone heissen, lustig hüpfen, wie die Kinder in der Gumpiburg am Geburtstagsfest?
Glaubt man dem zuweil beängstigenden Knurren aus dem IT-Wald, ist das wohl schon länger her. Im Gegensatz zur spontanen Anerkennung im Alltag gibt es formalisierte Auszeichnungen und Bewertungen in Hülle und Fülle. Und seit dem Mitmachweb erhält man mit Sternen, Favs, iLikes, Plus' und Kommentaren (gekauft oder auch nicht) sogar Hormonstimulanz (die hüpfenden) aus aller Welt.
Aber auch die besten Firmen (wie jüngst am Swiss ICT Award, die schönsten Frauen (Anmerkung der Redaktion: Nein, eine Miss Inside-it ist nicht geplant, schön vorbeikommenden Kandidatinnen wird aber ein Kaffee angeboten) oder die kredit(un)würdigsten Länder, werden bewertet. Dem wollen wir nicht nachstehen und mit den inside-it-Leider-Nein-Awards 2011 (oder einfach IITLNA11) der Auszeichnungs-Inflation weiter Vorschub leisten.
So geht unser "Doppel-D Award" an die Mitteilung, die wir auf "silicon.de" erhascht haben: Gebrauchte BHs werden zum Treibstoff. Dazu wurden in Japan 380'000(!) gebrauchte Unterstützer in die Einzelteile zerlegt, aus deren Kunststoffteilen Treibstoff gewonnen und damit Wasser erwärmt wurde.
Begründung der Jury: "Aus heissen Sachen heisse Sachen machen finden wir eine heisse Sache".
Den "Nicht ganz 100 Award" verleihen wir den Informatikern der Universität des Saarlandes. Diese haben - ingeniös - eine Konzept für eine drahtlose Fahrradbremse entwickelt. Diese ist zu 99,999999999997 Prozent sicher.
Begründung der Jury: "Die Sicherheit hat uns stellenweise überzeugt".
Das ZZZ-Rating für Kommunikation mit dem Vorschlaghammer erhält "maqi.de - für Tierrechte, gegen Speziesismus" mit ihrer Mitteilung "Je vier Vegetarier ermorden mehr als eine Kuh" (wir rätseln immer noch über Sinn und Logik, aber dafür gibt's keinen Preis). In dieser Meldung zum Weltvegetariertag (!) meinen sie unter anderem: "Es genügt nicht, dass sie keine Katzen, Robben oder Pferde für ihr Essen ermorden, und es ist zynisch, wenn sie an diesem Tag zelebrieren, dass sie die Leichen ihrer Opfer nicht verzehren, sondern anderweitig entsorgen, statt endlich das Morden zu beenden und vegan zu werden."
Begründung der Jury: "Wir sind sprachlos" (und das will etwas heissen).
Die Auszeichnung für den Zungenbrecher des Jahres geht an den Wettbewerb für herausragende Leistungen im Gebiet der IT-Sicherheit, dem "PWNIE-Award".
Begründung der Jury: "Die Aussprache ist in allen uns bekannten Sprachen unmöglich. In Kombination mit der originellen Website überlegen wir uns gar, ob wir diese Auszeichnung je wieder vergeben möchten".
Zu guter Letzt prämieren wir den Artikel mit der schönsten Vermischung von Subjekt und Objekt. Es freut uns besonders, dass wir diese Auszeichnung einem Vertreter der Schweizer Medienlandschaft verleihen können. So hat der Titel Fäkalienstreik am Bahnhof Zürich von '20minuten.ch' unsere, äh, Herzen im Sturm erobert.
Begründung der Jury: "Mit einem Fäkalienstreik konnten die unsäglichen Bedingungen für die Arbeiter an der Wurzel des Übels bekämpft werden".
Übrigens: 'Pressetext' hat bereits die alternative Lösung recherchiert. So berichten 'pte', dass Forscher der Universität Nijemingen mit Urin zum Mars fliegen wollen. Spätestens dann droht uns allen wohl, was die leidgeprüften Arbeiter im HB Zürich schon über sich haben ergehen lassen müssen, der "shitstorm" 1.0. (Marc Werlen, Gastautor)

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