Leider Nein (heute mit Kaufrausch)

2. Dezember 2011, 16:02
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Im Dezember ist es immer dunkel und wenn es nicht dunkel ist, dann ist es dunkel, weil wir unter dem Kälteseenebel des Schweizer Mittellands stecken. Deshalb zünden alle Warenhäuser ganz viele Lichtlein an und locken uns damit in ihre hellen Hallen, auf dass wir uns dem Kaufrausch hingäben und die Dunkelheit draussen vergässen. Schliesslich muss der Dreizehnte ja irgendwie weg, oder?
Kaufen könnten Sie beispielsweise das "WINDSCHUTZSCHEIBEN-WUNDER - BEKANNT AUS RUNDFUNK UND TV!" Das Grossbuchstaben-Wunder mit "SCHWENKBAREM KOPF" löst die wirklich wichtigen Probleme, denn "was nervt mehr, als sich den ganzen Körper zu verrenken, nur um die Innenscheiben des Wagens sauber zu bekommen oder an die Aussenscheiben eines Vans, SUVs oder Jeeps zu gelangen?" Stimmt: Nichts nervt mehr als die täglichen Körperverrenkungen über dem schneebedeckten Hummer. Gerade diesen Herbst.
Kaufen könnte man auch "Entspannung pur im brandneuen Hotel frutt LODGE & SPA**** auf dem sonnigen Hochplateau von Melchsee-Frutt auf 1920 m ü. M. 'color:gray'align=center> inmitten intakter Natur und alpiner Bergwelt. Neu-Eröffnung 'color:gray'align=center> am 17. Dezember 2011!". Genanntes Hotel mit viel Gross- und Kleinschreibung gleicht verdächtig jenen Militärbaracken auf der Melchsee-Frutt, in denen der Schreibende als Sanitäter der Schweizer Armee die Kasse der Soldatenstube hütend die Heimat verteidigte. Die Baracken hatten allerdings noch kein 'color:gray'align=center>, waren aber damals schon ziemlich stier.
Wer keinen Hummer hat und der Schneesicherheit der Melchsee-Frut aus der Erfahrung vieler Schullager misstraut, der kann sich mit Drogen trösten. Drogen sind allerdings verboten und auch nicht immer leicht zu finden. Da könnte vielleicht General Cannabis Inc, ein kalifornischer Service-Dienstleister für die medizinische Marihuanaindustrie" (pte) helfen? Das Zeugs scheint auf jeden Fall zu wirken.
Auch irgendwie drogengesteuert scheint uns dieses: "Die Geräte bestehen aus einem 15-Zoll-LCD-Display und werden von einem Intel-Atom-Dualcore-Prozessor betrieben, wie man ihn häufig in Netbooks findet. Als Betriebssystem kommt eine Embedded-Version von Windows 7 zum Einsatz, Ein eigens entwickelter Sensor verfolgt über Wärmeerkennung die Richtung des Urinstrahls. Die von einer Firma namens "Captive Media" entwickelten revolutionären Systeme sind nichts anders als eine "Waffe gegen die Wirtschaftskrise" wie pte in einer Story über "Urinal Gaming" schreibt: "Wir haben drei Jahre Forschung gebraucht, um hierher zu kommen", sagt Firmendirektor Mark Melford", schreibt pte. Wir wollen gar nicht wissen, wo "Captive Media" in fünf Jahren ist.
Wer lieber sitzt als "urinal gamed" könnte vielleicht eher mit dem "handgefertigten, massgeschneiderten LimbIC Chair der Schweizer Firma 'Inno-Motion AG' bedient sein. Denn dieser kombiniert als "erster Stuhl überhaupt Erkenntnisse aus der Hirnforschung mit Ergonomie".
Das ist Ihnen alles zu intellektuell? Dann nehmen Sie doch einfach die "Kamelmilch-Schokolade – eine neue Sélection Köstlichkeit" von der Migros. Das von "Chocolatier Al Nassma in Dubai" kreierte "130 g-Schokoladen-Kamel" kostet läppische 19 Franken und ist in "eine attraktive Goldfolie gehüllt". Die leuchtet so schön. (Christoph Hugenschmidt)

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