Leider Nein (heute mit Vibrationsstampfer)

3. Mai 2013, 16:00
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Und hier noch unsere Freitagabend-Nachricht.

Ohne Social Media läuft gar nichts. Es gibt Socia-Media-Berater, Social-Media-Konzepte, Social-Media-Marketing, Social-Media-Messen und Social-Media-Big-Data-In-Memory-Integrations-Projekte. Und so schreibt der Schreibende nun nicht nur Texte für unsere Online-Zeitung, sondern piepst ab und an 140-Zeichen auf Twitter (@inside_it), schaut täglich auf Xing vorbei und versucht, auch dort hie und da etwas Gescheites von sich zu geben, frequentiert immer öfter LinkedIn und - das vor allem - sucht Katzenbilder für Facebook.
Gerade letzteres ist deprimierend. Interessante Geschichten, exklusive Enthüllungsstories und schlaue Analysen interessieren kein Schwein. Unsere enttäuschend wenigen Likers (195 - gahts no?) wollen nur eines: Bildli, Bildli, Bildli. Am populärsten bisher war der Schnappschuss unseres gutaussehenden Verkaufsleiters und auch das miese Foto von der letzten Nummerkritik mit externer Expertin war beliebt. Texte interessieren nur wenig und wenn, dann die von der eher sinnfreien Sorte wie etwa unsere Bemerkung, man solle uns bitte keine Fax senden, da demselben die Tinte ausgegangen sei.
Welch scharfzüngige Kommentare da auf uns einprasselten! Dabei wird der Fax als Kommunikationsgerät unterschätzt. Wie sonst, wenn nicht über Fax, würde man uns über das fantastische Angebot zum Erwerb eines neuen Vibrationsstampfers (Bild oben) und einer Vorwärtslaufende-Rüttelplatte (mit 15kN Zentrifugalkraft und 4200 vpm Vibrationsstössen) informieren? Solch gute Angebote gibts nicht auf Twitter und schon gar nicht auf Facebook oder per Mail.
Im Vergleich dazu ist es auf Twitter langweilig. Die KollegInnen vom Blick sind offensichtlich auf Entzug, weil ihnen der versprochene Zürcher Empörungs- und Aufregungskick ("Kreis 4 total zerstört") vom diesjährigen fast Polizeieinsatz-losen ersten Mai entgangen ist und twittern aufgeregt von einem "Polizeieinsatz wegen Heilsarmee!", der sich dann aber als völlig ereignisloses Ereignis heraustellt, weil nichts passiert ist, ausser, dass zwei Polizisten überprüft haben, ob eine öffentlich auftretende Musikkombo ächt eine Bewilligung für die Verwendung von Lautsprechern habe.
Und erst E-Mail: Lanweilig! Niemand bietet uns einen sackbilligen Vibrationsstampfer an. So ein Vibrationsstampfer ist cool, denn man kann ihn anfassen und laufen lassen und dann passiert etwas. Was aber soll ich mit Zeugs machen, das ich weder anfassen und schon gar nicht verstehen kann? SteLuLu-Infomail: STINKY Footboard unterstützt simultane Tastenanschläge für diagonale Bewegungen schreibt uns Gerhardt Böhles Public Relations GmbH aus Ismaning und die Agentur Pure Perfection beglückt uns mit der Nachricht, dass "S.Pellegrino iPhone-App den Weg zu den Sterneköchen weisst." Die App kann noch mehr, denn der rote S.Pellegrino Stern und die blaue Acqua Panna Lilie weisen zudem auf jene Häuser hin, die zum perfekten Abendessen diese Fine Dining Waters servieren."
Gebt mir einen Vibrationsstampfer! Rasch! (Christoph Hugenschmidt)

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